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Rundschreiben 3/2014 (BA) - Mindestanforderungen an die Ausgestaltung von Sanierungsplänen (MaSan)

An alle Kreditinstitute und Finanzdienstleistungsinstitute der Bundesrepublik Deutschland

Datum: 25.04.2014

Auf dieser Seite:

A. Vorbemerkung

  1. Dieses Rundschreiben gibt auf der Grundlage des § 47a des Kreditwesengesetzes („KWG“) einen flexiblen und praxisnahen Rahmen für die Ausgestaltung von Sanierungsplänen durch Kreditinstitute vor, die von der Aufsicht als in Deutschland potentiell systemgefährdend identifiziert worden sind.

  2. Das Financial Stability Board (“FSB”) hat im Oktober 2011 die „Key Attributes of Effective Resolution Regimes for Financial Institutions“ („FSB Key Attributes“) verabschiedet, welche die Staats- und Regierungschefs der G-20-Länder auf ihrem Gipfel in Cannes am 4. November 2011 als internationalen Standard bestätigt haben. Die Key Attributes verfolgen das Ziel, die geordnete Abwicklung von global systemrelevanten Finanzunternehmen ohne den Verlust von Steuergeldern zu ermöglichen, um somit der „too big to fail“-Problematik wirksam zu begegnen und folglich die Systemstabilität zu erhalten.

B. Ziele des Sanierungsplans

  1. Der Sanierungsplan soll dem Kreditinstitut als Vorbereitung für die Bewältigung von Krisensituationen dienen. Das Erstellen eines Sanierungsplans verfolgt das Ziel, dass das Kreditinstitut geeignete Handlungsoptionen identifiziert und prüft, um hierdurch die Widerstandsfähigkeit des Kreditinstitutes in künftigen Krisensituationen zu stärken.

  2. Im Sanierungsplan beschreibt das Kreditinstitut die Handlungsoptionen, die es im Krisenfall ergreifen kann, um die finanzielle Solidität nachhaltig sicher- bzw. wiederherzustellen und somit die Existenzfähigkeit zu sichern, ohne dass deren Umsetzung erhebliche negative Auswirkungen auf das Finanzsystem haben darf. Dabei darf im Sanierungsplan nicht von der Möglichkeit des Zugangs zu einer außergewöhnlichen finanziellen Unterstützung aus öffentlichen Mitteln oder vom Erhalt einer solchen Unterstützung ausgegangen werden

C. Anwendungsbereich

  1. Die Anforderungen des Rundschreibens sind von allen in Deutschland potentiell systemgefährdenden Kreditinstituten einzuhalten. Ist das potentiell systemgefährdende Kreditinstitut Teil einer Institutsgruppe oder einer Finanzholding-Gruppe (für die Zwecke dieses Rundschreibens wird jede dieser Gruppen auch als „Finanzgruppe“ bezeichnet) oder ist die Finanzgruppe potentiell systemgefährdend, gilt Satz 1 mit der Maßgabe, dass das übergeordnete Unternehmen einen Sanierungsplan zu erstellen hat, der sich auf die gesamte Finanzgruppe bezieht („Gruppen-Sanierungsplan“). Im vorgenannten Fall wird das übergeordnete Unternehmen nachstehend auch als „Kreditinstitut“ bezeichnet.

    Sofern in der Finanzgruppe inländische nachgeordnete Gruppengesellschaften vorhanden sind, die ihrerseits selbst eine Systemgefährdung auslösen könnten („inländische nachgeordnete potentiell systemgefährdende Gruppengesellschaften“), sind diese Gruppengesellschaften durch das übergeordnete Unternehmen in besonderem Maße - wie in D. 1 beschrieben - an der Erstellung, Implementierung, Aktualisierung sowie im Krisenfall bei der Umsetzung des Gruppen-Sanierungsplans zu beteiligen.

  2. Der Gruppen-Sanierungsplan hat sich auf die gesamte Finanzgruppe zu beziehen. Dies erfordert, dass der Sanierungsplan neben dem übergeordneten Unternehmen selbst auch wesentliche gruppenangehörige Gesellschaften und Niederlassungen, insbesondere inländische nachgeordnete potentiell systemgefährdende Gruppengesellschaften, einbezieht.

  3. Sofern das Kreditinstitut Tochterunternehmen eines ausländischen Kreditinstituts ist und dieses ausländische Kreditinstitut einen Gruppensanierungsplan aufstellt, soll sich der Sanierungsplan des deutschen Tochterunternehmens konsistent in den Gruppen-Sanierungsplan des ausländischen Kreditinstituts einfügen.

  4. Die Ausgestaltung des Sanierungsplans über die in diesem Rundschreiben niedergelegten Mindestanforderungen hinaus ist von Größe, Komplexität und Vernetzung des Kreditinstitutes bzw. der Finanzgruppe sowie von Art, Umfang und Komplexität des Geschäftsmodells und des damit einhergehenden Risikos abhängig (Proportionalitätsprinzip).

D. Gesamtverantwortung der Geschäftsleitung und interner Prozess

  1. Alle Geschäftsleiter im Sinne des § 1 Abs. 2 KWG (nachstehend auch als „Geschäftsleiter“ bezeichnet) sind, unabhängig von der internen Zuständigkeitsregelung, für das Erstellen, die Implementierung und die Aktualisierung des Sanierungsplans sowie für dessen Umsetzung im Krisenfall verantwortlich. Die Geschäftsleiter des übergeordneten Unternehmens einer Finanzgruppe sind für das Erstellen, die Implementierung und die Aktualisierung eines Gruppen-Sanierungsplans sowie im Krisenfall für dessen Umsetzung verantwortlich. Die Geschäftsleiter von inländischen nachgeordneten potentiell systemgefährdenden Gruppengesellschaften sind für die Erstellung, Implementierung, Aktualisierung des Gruppen-Sanierungsplans sowie im Krisenfall für dessen Umsetzung insoweit verantwortlich als dieser die inländische nachgeordnete potentiell systemgefährdende Gruppengesellschaft betrifft.

  2. Das Kreditinstitut hat Verantwortlichkeiten und einen internen Prozess für das Erstellen, das Implementieren, das Aktualisieren des Sanierungsplans und für dessen Umsetzung im Krisenfall festzulegen sowie zu diesem Zweck eine angemessene personelle und technisch-organisatorische Ausstattung gemäß Allgemeiner Teil (AT) 7.2 der Mindestanforderungen an das Risikomanagement (MaRisk) vorzuhalten. Hierbei sind alle erforderlichen Organisationseinheiten einzubeziehen, insbesondere die Geschäftsleitung, die von der Geschäftsleitung mit der Steuerung der Risiken betrauten Ausschüsse, die betroffenen Geschäftsbereiche und im Rahmen ihrer Aufgaben auch die Treasury-Funktion, die Risikocontrolling-Funktion, die Compliance-Funktion und die Interne Revision. Die für die Umsetzung des Sanierungsplans im Krisenfall notwendigen Informationen sind stets kurzfristig verfügbar zu halten.

  3. Das Kreditinstitut hat den Sanierungsplan mindestens jährlich oder nach einer Änderung der Rechts- oder Organisationsstruktur des Kreditinstituts, seiner Geschäftstätigkeit oder seiner Finanzlage oder der allgemeinen Risikosituation, die sich wesentlich auf den Sanierungsplan auswirken könnte oder aus anderen Gründen dessen Änderung erforderlich macht, zu aktualisieren. Die Bundesanstalt kann von dem Kreditinstitut verlangen, dass es seinen Sanierungsplan häufiger aktualisiert.

E. Bestandteile des Sanierungsplans

1. Zusammenfassung

Der Sanierungsplan beinhaltet eine Zusammenfassung, die zumindest den nachfolgenden Inhalt umfasst:

a. wesentliche Ergebnisse des Sanierungsplans, insbesondere eine Zusammenfassung der wesentlichen Erkenntnisse aus E 3. und F.;

b. wesentliche Änderungen seit der letzten Aktualisierung und

c. erforderliche organisatorische und prozessuale Anpassungen, die zur Umsetzbarkeit des Sanierungsplanes erforderlich sind, einschließlich eines Zeitplans hierfür.

2. Strategische Analyse

Die Strategische Analyse hat eine Darstellung der Unternehmensstruktur, der Geschäftsaktivitäten und der Vernetzung des Kreditinstitutes und der Finanzgruppe wie nachfolgend näher beschrieben zu enthalten.

2.1. Unternehmensstruktur

Das Kreditinstitut hat seine Unternehmensstruktur durch eine detaillierte Beschreibung der Aufbauorganisation sowie durch ein Organigramm im Sanierungsplan darzulegen.

2.2. Geschäftsaktivitäten

  1. Das Kreditinstitut hat im Sanierungsplan einen kurzen Überblick über das Geschäftsmodell zu geben. Dabei hat das Kreditinstitut auf die wesentlichen Geschäftsaktivitäten einzugehen und auch Ertrags- und Risikokonzentrationen darzulegen. Ferner sollen die Märkte, in denen das Kreditinstitut oder dessen wesentlichen gruppenangehörige Gesellschaften und Niederlassungen eine wesentliche Stellung haben oder zünftig haben werden, dargestellt werden. Dabei ist die Marktabgrenzung sowohl sachlich als auch geographisch vorzunehmen.


  2. Das Kreditinstitut hat im Sanierungsplan kritische Geschäftsaktivitäten zu identifizieren und diese Einstufung nachvollziehbar zu begründen.


  3. Das Kreditinstitut hat die wesentlichen und die kritischen Geschäftsaktivitäten den einzelnen juristischen Personen und Niederlassungen zuzuordnen („Mapping“).

2.3. Vernetzung

  1. Das Kreditinstitut hat die wesentlichen gruppeninternen Vernetzungen der wesentlichen gruppenangehörigen Gesellschaften und Niederlassungen darzustellen. Dies schließt ökonomische, rechtliche, organisatorische und operationale Vernetzungen innerhalb der Gruppe ein.

  2. Das Kreditinstitut hat auch seine wesentliche externe Vernetzung darzulegen.

    Insbesondere umfasst dies eine Darstellung

    1. der wesentlichen Vertragspartner auf der Aktivseite und auf der Passivseite und

    2. der wesentlichen Zahlungsverkehrsdienstleistungen, Clearing, Abwicklung, Verwahrung und weiterer Dienstleistungen, die für Dritte erbracht werden bzw. die durch Dritte für das Kreditinstitut erbracht werden (Outsourcing).

3. Sanierungs-Handlungsoptionen

Im Sanierungsplan hat das Kreditinstitut (in Bezug auf sich selbst bzw. die Finanzgruppe, insbesondere wesentliche Gruppengesellschaften und Niederlassungen) die Handlungsoptionen darzustellen, die es ergreifen kann, um die finanzielle Solidität nachhaltig sicher- bzw. wiederherzustellen und somit die Existenzfähigkeit zu sichern.

3.1. Allgemeiner Überblick über Handlungsoptionen

  1. Das Kreditinstitut hat zunächst einen Überblick über die für das Kreditinstitut bzw. die Finanzgruppe in Betracht kommenden Handlungsoptionen zu geben, die grundsätzlich dazu beitragen könnten, die finanzielle Solidität im Falle einer Krise sicher- bzw. wiederherzustellen.


  2. Dabei hat das Kreditinstitut insbesondere die Auswirkungen (Auswirkungsanalyse) und die Umsetzbarkeit bzw. das mit der Umsetzung verbundene Risiko (Umsetzbarkeitsanalyse) jeder Handlungsoption, die gemäß Textziffer 1 zu beschreiben ist, zu analysieren.

    1. Auswirkungsanalyse:
      Für jede Handlungsoption ist eine Analyse der Auswirkungen, unter anderem der finanziellen, liquiditätsmäßigen, operationalen und externen Auswirkungen, durchzuführen. Die bei der Auswirkungsanalyse zugrunde gelegten Annahmen und Bewertungsmethoden sind im Sanierungsplan zu beschreiben.

    2. Umsetzbarkeitsanalyse:
      Bei der Umsetzbarkeitsanalyse hat das Kreditinstitut eine Bewertung der Realisierbarkeit der jeweiligen Handlungsoption durchzuführen und insbesondere folgende Aspekte zu berücksichtigen:

      ba. Bewertung der Erfolgsaussichten der Handlungsoptionen,

      bb. Darstellung der Hindernisse, die die Umsetzbarkeit der Handlungsoption einschränken oder ausschließen könnten sowie Darstellung, wie diese Hindernisse überwunden werden könnten und

      bc. Sicherstellung des operativen Geschäftsbetriebs.

      Das Kreditinstitut soll dabei etwaige Erfahrungen, die in der Vergangenheit in Krisensituationen bei der Umsetzung gemacht wurden, berücksichtigen. Zu berücksichtigen sind auch übertragbare Erfahrungen von Wettbewerbern in Krisensituationen, sofern diese öffentlich bekannt sind.

    3. Darüber hinaus ist der Zeitplan für die Umsetzung der jeweiligen Handlungsoption darzustellen.

  3. Das Kreditinstitut hat unter Berücksichtigung der Auswirkungen von Handlungsoptionen auf das Kreditinstitut, die auch zu einer Beeinflussung des Geschäftsmodells führen können, entsprechend hochrangige Verantwortlichkeiten und einen internen Prozess für die Umsetzung jeder Handlungsoption festzulegen.

3.2. Indikatoren und Eskalationsprozess

  1. Das Kreditinstitut hat Indikatoren sowie für die jeweiligen quantitativen Indikatoren angemessene Schwellenwerte festzulegen, die es ihm erlauben, rechtzeitig die geeigneten Handlungsoptionen einzuleiten, um die finanzielle Solidität nachhaltig sicher- bzw. wiederherzustellen und somit die Existenzfähigkeit zu sichern.

  2. Das Kreditinstitut hat einen Eskalations-und Informationsprozess zu definieren, der sicherstellt, dass die Geschäftsleiterebene rechtzeitig und umfassend in die Entscheidungen eingebunden wird. Die in diesem Rahmen getroffenen Entscheidungen sind zu dokumentieren. Das Aufsichtsorgan des Kreditinstituts ist ebenfalls angemessen einzubinden. Auch die Aufsicht ist in diesen Fällen rechtzeitig und umfassend zu informieren.

  3. Die Indikatoren haben sich insbesondere zu beziehen auf:

    - die Kapitalsituation,
    - die Risikotragfähigkeit,
    - die Liquiditätssituation,
    - die Ertragslage,
    - das Risikoprofil und
    - exogene Ereignisse.

  4. Die Indikatoren sind so zeitnah und regelmäßig zu überwachen, dass negative Entwicklungen rechtzeitig erkannt werden können. Dabei hat sich das Überwachungsintervall an den jeweiligen Indikatoren zu orientieren.

  5. Über die Verpflichtung in Ziffer 3.2 Absatz 2 hinaus, hat das Kreditinstitut die Aufsicht halbjährlich, auf Anforderung der Aufsicht häufiger, über den absoluten Wert sowie die relative Änderung – bezogen auf den vorherigen Stichtag – der Indikatoren während des jeweils letzten Halbjahres zu informieren. Gleichzeitig ist auch das Aufsichtsorgan des Kreditinstituts hierüber zu informieren.

3.3. Belastungsanalyse

  1. Das Kreditinstitut hat bei Erstellen des Sanierungsplans und bei jeder Aktualisierung Belastungsanalysen durchzuführen, die Art, Umfang, Komplexität und das Risikoprofil der Geschäftsaktivitäten widerspiegeln.

  2. Das Kreditinstitut hat für die Belastungsanalyse verschiedene Belastungsszenarien zu entwickeln.

    Dabei sollen mindestens die folgenden Kriterien berücksichtigt werden, wobei jeweils auch der Zeitfaktor – sowohl plötzlich eintretende als auch langsam eintretende Entwicklungen – einzubeziehen ist:

    1. unternehmens- bzw. gruppenspezifische Belastungsszenarien,

    2. marktweite Belastungsszenarien sowie

    3. die Kombination aus unternehmens-/ gruppenspezifischen und marktweiten Belastungsszenarien.

    Diese verschiedenen Belastungsszenarien müssen die wesentlichen Risiken, denen das Kreditinstitut bzw. die Finanzgruppe ausgesetzt ist, abbilden und die Annahmen, die verwendet wurden, detailliert darstellen.

    Diese Belastungsszenarien müssen schwerwiegend genug sein, um einen wesentlichen nachteiligen Einfluss auf das Kreditinstitut bzw. die Finanzgruppe haben zu können, der die finanzielle Solidität bzw. die Existenz des Kreditinstitutes bzw. der Finanzgruppe gefährden kann.

    Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht behält sich vor, den einzelnen Kreditinstituten bestimmte Belastungsszenarien vorzugeben, die sich auf das Kreditinstitut, Unternehmen, die der Finanzgruppe angehören, und die gesamte Finanzgruppe beziehen können.

  3. Im Rahmen der Belastungsanalyse sind die Auswirkungen von Belastungsszenarien auf das Kreditinstitut und die Finanzgruppe zu untersuchen, insbesondere Auswirkungen auf Kapital, Risikotragfähigkeit, Liquidität, Ertragskraft, Risikoprofil und Fortführung der Geschäftstätigkeit. Weiterhin sind auch die wesentlichen und die kritischen Geschäftsaktivitäten, die in den Belastungsszenarien in eine Krise geraten könnten, zu identifizieren.

3.4. Prüfung der Anwendbarkeit des Sanierungsplans

  1. Für sämtliche Belastungsszenarien, die den Belastungsanalysen zugrunde liegen, hat das Kreditinstitut die Handlungsoptionen, die nach E. 3.1. grundsätzlich in Betracht kommen, in Kapitel E. 3.4. bezogen auf das jeweilige Belastungsszenario zu beschreiben sowie die Auswirkungen auf die Indikatorenwerte zu prüfen. Die Beschreibung dieser Handlungsoptionen hat die erforderlichen Schritte zu umfassen, um die finanzielle Solidität nachhaltig sicher- bzw. wiederherzustellen und somit die Existenzfähigkeit zu sichern.

  2. Das Kreditinstitut hat die Wirksamkeit und Eignung der Handlungsoptionen in Bezug auf das jeweilige Belastungsszenario zu analysieren.
    Dabei hat das Kreditinstitut insbesondere die Auswirkungen (Auswirkungsanalyse) und die Umsetzbarkeit (Umsetzbarkeitsanalyse) aller im jeweiligen Belastungsszenario grundsätzlich zweckmäßig erscheinenden Handlungsoptionen zu analysieren sowie einen Zeitplan für die Umsetzung der Handlungsoptionen aufzustellen.

3.5. Kommunikation

Das Kreditinstitut hat ein detailliertes internes und externes Kommunikationskonzept für die Umsetzung der Handlungsoptionen für den Krisenfall zu erstellen. Die konkrete Ausgestaltung des Kommunikationskonzepts soll in einem angemessenen Verhältnis zur Bedeutung der jeweiligen Handlungsoption stehen.

Das Kommunikationskonzept hat mindestens folgende Aspekte zu enthalten:

a. Interne Kommunikation (gegenüber den zuständigen Führungskräften, Aufsichtsorganen, Mitarbeitern, Arbeitnehmervertretern, Gruppengesellschaften etc.)


b. Externe Kommunikation mit

- den Aufsichtsbehörden,
- den Eigentümern,
- den Einlagensicherungssystemen und
- der Öffentlichkeit (Kunden, Investoren, Finanzmarktteilnehmer usw.)

3.6. Informationsmanagement

Das Kreditinstitut hat sicherzustellen, dass die erforderlichen Informationen für die Umsetzung der als grundsätzlich geeignet identifizierten Handlungsoptionen stets kurzfristig verfügbar sind.

F. Umsetzung von identifiziertem Handlungsbedarf

  1. Auf Grundlage der strategischen Analyse und der identifizierten Hinderungsgründe hat das Kreditinstitut die möglichen und notwendigen Schritte einzuleiten, um die identifizierten wesentlichen Hindernisse bei der Umsetzung der als grundsätzlich geeignet identifizierten Handlungsoptionen zu überwinden bzw. den erkannten Verbesserungsbedarf umzusetzen.

  2. Unter Einbeziehung der zuständigen Organisationseinheiten hat das Kreditinstitut die weiteren notwendigen Handlungsschritte nebst Zeitplan darzulegen.