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Für die Übernahme börsennotierter Unternehmen existieren drei verschiedene Angebotsverfahren. Diese überwacht seit 2002 die Wertpapieraufsicht der BaFin. Grundsätzlich erstreckt sich die Aufsicht auf inländische Unternehmen, die in Deutschland börsennotiert sind.

Seit 2002 überwacht die Wertpapieraufsicht der BaFin Übernahmen von Unternehmen, deren Aktien zum Handel an einem regulierten Markt zugelassen sind. Ihre Aufsichtsaufgaben erstrecken sich grundsätzlich auf alle inländischen Unternehmen, die in Deutschland börsennotiert sind. Es existieren drei Angebotsverfahren: das sonstige Erwerbsangebot, das Übernahmeangebot und das Pflichtangebot.

Beim sonstigen Erwerbsangebot will der Bieter entweder Anteile kaufen, ohne die Kontrolle über die Gesellschaft zu erlangen, oder er will die Kontrollposition, über die er bereits verfügt, weiter ausbauen. Hierfür ist kein Mindestpreis vorgeschrieben; auch Teilangebote sind zulässig. Die Kontrolle über ein Unternehmen hat derjenige, der mindestens 30 % der Stimmrechte an der Zielgesellschaft hält.

Beim Übernahmeangebot will der Bieter so viele Aktien der Zielgesellschaft erwerben, dass er die Kontrollschwelle erreicht oder überschreitet. Er kann sein Angebot davon abhängig machen, dass er eine Erfolgsquote erreicht. Dabei muss er jedoch Mindestpreise bieten, die sich am gewichteten durchschnittlichen Börsenkurs der vorangegangenen drei Monate und an möglichen Vorerwerben orientieren.

Ein Pflichtangebot an alle übrigen Aktionäre muss der Bieter in dem Fall unterbreiten, wenn er erstmalig die Kontrolle an der Gesellschaft erlangt. Auch hier gelten die Mindestpreisregelungen.

Verfahren nach dem WpÜG

Die Wertpapieraufsicht der BaFin überwacht die Übernahmeverfahren. Sie prüft die Angebotsunterlagen auf Vollständigkeit und auf offensichtliche Verstöße gegen das Wertpapiererwerbs- und Übernahmegesetz (WpÜG). Dabei ist sie befugt, gegebenenfalls ein Angebot zu untersagen. Außerdem entscheidet die Wertpapieraufsicht über Befreiungsanträge.

Unterstützt wird die BaFin bei ihrer Tätigkeit vom Übernahmebeirat. Dieser besteht aus Vertretern der Wirtschaft, Politik und Wissenschaft und berät in Fragen des Übernahmerechts. Über Widersprüche gegen besonders bedeutsame übernahmerechtliche Entscheidungen der Aufsicht entscheidet der Widerspruchsausschuss, der ebenfalls bei der BaFin angesiedelt ist.

Das WpÜG schreibt ferner vor, welche Pflichten Bieter zu erfüllen haben, wie die BaFin das Verfahren überwacht und welche Informationen von der BaFin veröffentlicht werden müssen.

geändert am 30.03.2016

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Englische Version

Veröffentlichungen zum Thema

Ver­öf­fent­lich­te Kon­trol­ler­lan­gun­gen über Ziel­ge­sell­schaf­ten, Wert­pa­pier-Er­werbs- und Über­nah­me-An­ge­bo­te

Nach dem WpÜG sind Bieter verpflichtet, Entscheidungen zur Abgabe eines Wertpapier-Erwerbs-Angebotes (§ 10 WpÜG), eines Übernahme-Angebotes (§§ 29, 34, 10 WpÜG) oder über die Kontrollerlangung über eine Zielgesellschaft (§ 35 WpÜG) der BaFin zu veröffentlichen.

Ver­öf­fent­lich­te An­ge­bo­ts­un­ter­la­gen (§ 14 WpÜG)

Der Bieter ist nach § 14 Abs. 2 WpÜG verpflichtet, nach Gestattung durch die BaFin die Angebotsunterlage unverzüglich im Internet zu veröffentlichen.

Un­ter­neh­mens­über­nah­men: Ba­Fin-Stu­die - Deut­li­che Preis­re­ak­tio­nen auf Über­nah­me­mel­dun­gen

Unternehmensübernahmen gehören zum Alltagsgeschäft an der Börse. Diese sind für die Aktionäre der Unternehmen, die übernommen werden, oft gewinnbringend, da in der Regel eine Prämie auf den letzten Börsenpreis der Aktien vor Veröffentlichung der Übernahmemeldung gezahlt wird. Denn nur, wenn dieser Angebotspreis attraktiv ist, kann die übernehmende Gesellschaft davon ausgehen, dass die …

Ba­Fin for­dert Guos­hi As­sets In­vest­ment Ma­nage­ment Li­mi­ted zu An­ge­bot an Ak­tio­näre der Pa­na­max AG auf

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) hat die Guoshi Assets Investment Management Limited am 19. Mai 2014 aufgefordert, ihrer Pflicht zur Abgabe eines Angebots an die Aktionäre der Panamax AG nachzukommen. Der Bescheid ist sofort vollziehbar, aber noch nicht bestandskräftig.

Anlagen

Ba­Fin-Prü­fung: Kei­ne Ab­stim­mung zwi­schen Sou­theas­tern und ACS fest­ge­stellt

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) hat nicht nachweisen können, dass die Southeastern Asset Management Incorporated (Southeastern, USA) und die in Spanien ansässige Actividades de Construcción y Servicios S.A. (ACS) beim Übernahmeangebot der ACS an die Aktionäre der Hochtief Aktiengesellschaft, Essen (Hochtief AG), als gemeinsam handelnde Person aufgetreten sind. Das …

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