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Hedgefonds

In Deutschland aufgelegte und vertriebene Hedgefonds fallen unter die Aufsicht nach dem Kapitalanlagegesetzbuch (KAGB). Zugelassene Kapitalverwaltungsgesellschaften können in Deutschland Single- und Dach-Hedgefonds auflegen. Dach-Hedgefonds können als Publikums- oder Spezialfonds genehmigt werden, Single-Hedgefonds demgegenüber nur als Spezialfonds.

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Dach-Hedgefonds

Ein Dach-Hedgefonds ist grundsätzlich berechtigt, sowohl inländische regulierte Single-Hedgefonds als auch ausländische Investmentvermögen mit vergleichbarer Anlagepolitik als Zielfonds zu erwerben (§ 225 Abs. 1 S. 1 und 2 KAGB). Bei der Auswahl der Single-Hedgefonds sind neben dem Grundsatz der Risikomischung noch weitere Streuungsvorschriften einzuhalten. So dürfen etwa nicht mehr als 20 % des Werts des Dach-Hedgefonds in einem einzelnen Zielfonds angelegt sein. Leverage – mit Ausnahme von Kreditaufnahmen nach § 199 KAGB – und Leerverkäufe dürfen für Dach-Hedgefonds nicht vorgenommen werden (§ 225 Abs. 1 S. 3 KAGB). Dach-Hedgefonds sind verpflichtet, vor der Investition bestimmte Mindestinformationen über die Zielfonds einzuholen. Anschließend müssen sie die Anlagestrategie und die Risiken der Zielfonds laufend überwachen.

Single-Hedgefonds

Im Gegensatz zu Dach-Hedgefonds dürfen Single-Hedgefonds lediglich als Spezialfonds angeboten werden, ein Vertrieb ist also ausschließlich an professionelle und semi-professionelle Anleger erlaubt. Single-Hedgefonds sind in ihren Strategien gesetzlich kaum beschränkt. Sie sind definitionsgemäß offene inländische Spezial-AIF nach § 282 KAGB, die zusätzlich entweder den Einsatz von Leverage in beträchtlichem Umfang vorsehen oder den Verkauf von Vermögensgegenständen für gemeinschaftliche Rechnung der Anleger, die zum Zeitpunkt des Geschäftsabschlusses nicht zum Alternativen Investment Fonds (AIF) gehören (Leerverkauf).

Leverage ist dabei jede Methode, mit der die Verwaltungsgesellschaft den Investitionsgrad eines von ihr verwalteten Investmentvermögens erhöht – entweder durch Kreditaufnahme, Wertpapierdarlehen, in Derivate eingebettete Hebelfinanzierungen oder auf sonstige Weise. Leverage wird (nach den Vorgaben der einschlägigen Level 2 Verordnung) dann in einem beträchtlichen Umfang eingesetzt, wenn das berechnete Engagement eines AIF seinen Nettoinventarwert dreifach übersteigt.

Die Vertriebsvorschriften für Hedgefonds richten sich nach den §§ 293 ff. KAGB.

geändert am 31.03.2016

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