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Finanzkonglomerate- und Gruppenaufsicht

Die Beaufsichtigung von Versicherungsgruppen gewinnt mit Solvency II eine andere Bedeutung als unter Solvency I. Vor allem die Aufgaben des Gruppenaufsehers im Aufsichtskollegium (College) sowie die Mitwirkungspflichten der Soloaufseher und die Einbindung von EIOPA bewirken eine andere Qualität der Aufsicht. Vieles von dem in Solvency II verlangten Tätigkeiten wurde schon im Vorgriff auf die neuen Regelungen verlangt, insbesondere die Durchführung der Aufsichtskollegien einschließlich der Diskussionen über Risiken und interne Modelle.

Regelungen zur Gruppenaufsicht finden sich im Versicherungsaufsichtsgesetz, insbesondere im Teil 5 (§ 245 ff.)

Die Beaufsichtigung von Finanzkonglomeraten begann mit der Verabschiedung der Richtlinie 2002/87/EG. Neue Entwicklungen auf den Finanzmärkten ließen Finanzgruppen entstehen, die ihre Dienstleistungen und Produkte in verschiedenen Finanzbranchen anboten. Ein Finanzkonglomerat ist eine (Unter-)Gruppe, deren Unternehmen sowohl in der Banken- oder Wertpapierdienstleistungsbranche als auch in der Versicherungsbranche tätig sind. Es wurde die Notwendigkeit gesehen, diese Finanzgruppen zusätzlich zur Solo- und Gruppenaufsicht auch auf Konglomeratsebene zu beaufsichtigen. Am 4. Juli 2013 trat das Finanzkonglomerateaufsichtsgesetz in Kraft. Dieses bündelt die Regelungen zur zusätzlichen Beaufsichtigung der Finanzunternehmen eines Finanzkonglomerates, die bisher im Kreditwesengesetz und im Versicherungsaufsichtsgesetz enthalten waren. Wesentliche Elemente der Konglomerateaufsicht sind die Überprüfung der Finanzlage der Gruppe, insbesondere deren Solvabilität, die Überwachung von Risikokonzentrationen und gruppeninternen Transaktionen. Konkrete Regeln zur Berechnung der Finanzkonglomeratesolvabilität finden sich in der Finanzkonglomeratesolvabilitätsverordnung (FKSolV), die zurzeit überarbeitet wird.

geändert am 01.01.2016

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