BaFin

Thema Kapitalanlagen von Versicherern Grundsatz der unternehmerischen Vorsicht

Prudent Person Principle, PPP

Der Grundsatz der unternehmerischen Vorsicht basiert auf § 124 VAG (bzw. Art. 132 der Solvency-II-Rahmenrichtlinie). Er stellt die seit dem 1. Januar 2016 geltenden Anforderungen an die Kapitalanlage und das dazugehörige Risikomanagement für Erst- und Rückversicherer, die unter die Regelungen von Solvency II fallen, dar. Vor der Einführung von Solvency II galt auch für diese Unternehmen die Anlageverordnung, die seit dem nur noch für Unternehmen gilt, welche nicht unter den Geltungsbereich von Solvency II fallen.

Dem Grundsatz der unternehmerischen Vorsicht zufolge dürfen Versicherer lediglich in Vermögenswerte und Instrumente investieren, deren Risiken das betreffende Unternehmen angemessen erkennen, messen, überwachen, managen, steuern und berichten sowie bei der Beurteilung seines Gesamtsolvabilitätsbedarfs angemessen berücksichtigen kann. Sämtliche Vermögenswerte sind auf eine Art und Weise anzulegen, die die Sicherheit, die Qualität, die Liquidität und die Rentabilität des gesamten Portfolios gewährleistet.

Das bedeutet konkret, dass die Kapitalanlage als solche nicht mehr durch externe quantitative Vorschriften eingeschränkt wird. Der Versicherer muss einen internen Anlagekatalog erstellen, der das Anlageuniversum des Versicherers beschreibt und Limite (z.B. Kontrahenten, Assetklassen, etc.) definiert, die bei der Kapitalanlage einzuhalten sind. Die Anforderung besteht darin, dass die Unternehmen nur solche Kapitalanlagen tätigen, deren Natur und Risiken sie genau verstehen, und daher zu jedem Zeitpunkt in der Lage sind, angemessen auf aktuelle Entwicklungen reagieren zu können.

geändert am 01.01.2016

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Veröffentlichungen zum Thema

De­ri­va­ti­ve Fi­nan­z­in­stru­men­te: Ba­Fin ver­öf­fent­licht Aus­le­gungs­ent­schei­dung zum Grund­satz der un­ter­neh­me­ri­schen Vor­sicht

In einer Auslegungsentscheidung hat die BaFin konkretisiert, wie bei der Verwendung von derivativen Finanzinstrumenten der Grundsatz der unternehmerischen Vorsicht (Prudent Person Principle) nach § 124 Versicherungsaufsichtsgesetz (VAG) zu berücksichtigen ist.

Kon­sul­ta­ti­on 17/2016 (VA) – Rund­schrei­ben de­ri­va­ti­ve Fi­nan­z­in­stru­men­te und struk­tu­rier­te Pro­duk­te

Hinweise zur Nutzung von derivativen Finanzinstrumenten und zur Anlage in strukturierten Produkten durch Erstversicherungsunternehmen, auf welche die Vorschriften für kleine Versicherungsunternehmen (§§ 212 bis 217 VAG) Anwendung finden, sowie inländische Pensionskassen und Pensionsfonds

Anlagen

Ka­pi­tal­an­la­gen: Ba­Fin kon­sul­tiert Rund­schrei­ben zu de­ri­va­ti­ven Fi­nan­z­in­stru­men­ten und struk­tu­rier­ten Pro­duk­ten

Die BaFin hat den Entwurf für ein Rundschreiben zu derivativen Finanzinstrumenten und strukturierten Produkten zur Konsultation gestellt. Dieses enthält Hinweise zur Nutzung von Derivaten und zur Anlage in strukturierten Produkten und richtet sich an alle Unternehmen, die zum Erstversicherungsgeschäft zugelassen sind und unter die Vorschriften für kleine Versicherungsunternehmen fallen (§§ 212 bis …

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