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Thema Kapitalanlagen von Versicherern Kapitalanlagen

Mit der Vermögensanlagetätigkeit hat der Versicherer durch Art, Umfang und Qualität der Deckungsmittel die dauernde Erfüllbarkeit der Versicherungsverträge sicherzustellen. An die Tätigkeit der Versicherer werden dabei hohe Anforderungen gestellt. Um die dauernde Erfüllbarkeit der Versicherungsverträge sicherzustellen, müssen Versicherer Kapitalanlagen in ausreichendem Maße dem Sicherungsvermögen zuführen.

Für das vom sogenannten Treuhänder zur Überwachung des Sicherungsvermögens überwachte Sicherungsvermögen gelten besondere Vorschriften. Diese zielen darauf ab, Versicherungsnehmern zusätzliche Sicherheit bezüglich der Erfüllung ihrer Versicherungsverträge zu gewähren.

Seit der Einführung von Solvency II zum 01.01.2016 bestehen für die Kapitalanlage von Versicherern unterschiedliche Vorschriften. Unternehmen die unter die Regelung von Solvency II fallen, müssen ihre Kapitalanlagen nach dem Grundsatz der unternehmerischen Vorsicht anlegen, für den zahlreiche qualitative Vorgaben bestehen. Hierzu müssen diese Unternehmen einen eigenen internen Anlagekatalog erstellen, der die Anlageverordnung ersetzt und die Sicherheit, Qualität, Liquidität und Rentabilität der gesamten Kapitalanlage sicherstellt. Weiterhin sind umfangreiche Regelungen zum Risikomanagement in den Rechtstexten enthalten.

Für alle anderen Unternehmen gilt als Maßstab bei der Kapitalanlage weiterhin die Anlageverordnung. Diese legt die gesetzlich zulässigen Vermögensgegenstände für das Sicherungsvermögen fest. Darüber hinaus enthält die Verordnung quantitative Mischungs- und Streuungsgrenzen, Bestimmungen zur Kongruenz und Belegenheit der Anlagen und sie verpflichtet die Versicherer zu einem qualitativen Anlagemanagement und zu internen Kontrollverfahren. Die BaFin-Rundschreiben konkretisieren diese Bestimmungen und machen Vorgaben zu den Anlagegrundsätzen, zum Anlagekatalog und vor allem zum Risikomanagement der Kapitalanlagen. Der Verpflichtung zum qualitativen Anlagemanagement und zu internen Kontrollverfahren kommt daher eine überragende Bedeutung zu.

geändert am 01.01.2016

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Veröffentlichungen zum Thema

De­ri­va­ti­ve Fi­nan­z­in­stru­men­te: Ba­Fin ver­öf­fent­licht Aus­le­gungs­ent­schei­dung zum Grund­satz der un­ter­neh­me­ri­schen Vor­sicht

In einer Auslegungsentscheidung hat die BaFin konkretisiert, wie bei der Verwendung von derivativen Finanzinstrumenten der Grundsatz der unternehmerischen Vorsicht (Prudent Person Principle) nach § 124 Versicherungsaufsichtsgesetz (VAG) zu berücksichtigen ist.

Kon­sul­ta­ti­on 17/2016 (VA) – Rund­schrei­ben de­ri­va­ti­ve Fi­nan­z­in­stru­men­te und struk­tu­rier­te Pro­duk­te

Hinweise zur Nutzung von derivativen Finanzinstrumenten und zur Anlage in strukturierten Produkten durch Erstversicherungsunternehmen, auf welche die Vorschriften für kleine Versicherungsunternehmen (§§ 212 bis 217 VAG) Anwendung finden, sowie inländische Pensionskassen und Pensionsfonds

Anlagen

Ka­pi­tal­an­la­gen: Ba­Fin kon­sul­tiert Rund­schrei­ben zu de­ri­va­ti­ven Fi­nan­z­in­stru­men­ten und struk­tu­rier­ten Pro­duk­ten

Die BaFin hat den Entwurf für ein Rundschreiben zu derivativen Finanzinstrumenten und strukturierten Produkten zur Konsultation gestellt. Dieses enthält Hinweise zur Nutzung von Derivaten und zur Anlage in strukturierten Produkten und richtet sich an alle Unternehmen, die zum Erstversicherungsgeschäft zugelassen sind und unter die Vorschriften für kleine Versicherungsunternehmen fallen (§§ 212 bis …

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