BaFin

Bausparen und Baufinanzierung

Das Bausparen dient dem Zweck, Wohneigentum zu erwerben oder zu erhalten (Renovierung, An-/Umbau usw.). Das Bauspargeschäft darf dabei nur von Bausparkassen betrieben werden. Die Bausparkasse organisiert den Zusammenschluss einer Vielzahl von Sparern zu einer Zweckspargemeinschaft.

Die Solidarität der Bausparer soll es im Ergebnis ermöglichen, dem Einzelnen bei der Umsetzung seines Projektes ein möglichst zinsgünstiges Darlehen zur Verfügung zu stellen. Hieraus ergeben sich einige spezielle Anforderungen bei der Abwicklung des Bausparvertrages, die diesen z.B. von einem normalen Sparplan unterscheiden.

Fragen & Antworten

Wie hoch ist die Abschlussgebühr?

Jede Bausparkasse verlangt mit dem Abschluss des Bausparvertrages eine Abschlussgebühr. Sie dient in erster Linie der Deckung der Akquisitionskosten, d.h. der Kosten für die Gewinnung von Neukunden. Die Höhe der Abschlussgebühr ist in den Allgemeinen Bedingungen für Bausparverträge (ABB) ausgewiesen. Die ABB sind dem Bausparer bei Abschluss des Vertrages auszuhändigen. Die Abschlussgebühr finden Sie auch im Bausparantragsformular.

Wird die Abschlussgebühr bei Kündigung erstattet?

Wird der Bausparvertrag gekündigt, die Bausparsumme ermäßigt oder nicht voll in Anspruch genommen, gilt grundsätzlich, dass die Abschlussgebühr nicht - auch nicht anteilig - zurückgezahlt oder herabgesetzt wird.

Einzelne Bauspartarife sehen allerdings die Rückzahlung der Abschlussgebühr vor, z.B. wenn der Bausparer auf die Zuteilung seines Bauspardarlehens verzichtet.

Maßgebend sind die Allgemeinen Bedingungen für Bausparverträge (ABB) und die speziellen Bedingungen des jeweiligen Tarifs der Bausparkasse.

Kann ich meinen Bausparvertrag vor der Zuteilung kündigen?

Der Bausparvertrag kann jederzeit gekündigt werden. Die Auszahlung des Bausparguthabens erfolgt jedoch frühestens nach einigen Monaten. Der Rückzahlungszeitpunkt wird in den Allgemeinen Bedingungen für Bausparverträge (ABB) genannt. Wird das Bausparguthaben nicht wohnwirtschaftlich genutzt, können die Vorteile der staatlichen Sparförderung verloren gehen.

Wie hoch muss die monatliche Sparrate/der Regelsparbeitrag sein?

Der Regelsparbeitrag ist der monatliche Bausparbeitrag und richtet sich nach der Höhe der Bausparsumme (bestimmter Promillesatz der Bausparsumme je nach Bausparkasse und Bauspartarif).

Die Höhe des Regelsparbeitrages wird sowohl im Bausparantrag als auch in den Allgemeinen Bausparbedingungen (ABB) ausgewiesen.

Von diesem Betrag kann der Bausparer grundsätzlich auch abweichen. Es kann ein geringerer Sparbeitrag, aber auch ein höherer Sparbeitrag gezahlt werden. Dies hängt sowohl von den persönlichen Vermögensverhältnissen des Bausparers als auch von seinem Wunsch auf ein Bauspardarlehen ab. Wünscht der Bausparer eine möglichst frühe Zuteilung seines Bausparvertrages, sollte er mindestens den festgelegten Regelsparbeitrag leisten. Hier können ggf. auch Leistungen, die den Regelsparbeitrag übersteigen, erbracht werden.

Die Annahme dieser Zahlungen unterliegt jedoch der Zustimmung der Bausparkasse (siehe dazu auch Kann eine Bausparkasse eine Sonderzahlung ablehnen/ Ist eine Sonderzahlung auf meinen Bausparvertrag genehmigungspflichtig?). Sofern Bausparkassen in bestimmten Tarifen Zahlungen oberhalb des Regelsparbeitrages generell ablehnen, haben sie dies der BaFin im Vorfeld anzuzeigen.

Soweit ein geringerer als der Regelsparbeitrag (bzw. gar keine Zahlung) geleistet wird, nahmen Bausparkassen in der Vergangenheit dieses Sparverhalten regelmäßig hin. Durch die verringerte Sparleistung verzögerte sich die Zuteilung des Bausparvertrages jedoch mitunter erheblich. Allerdings unterliegt auch die geringere Besparung insoweit der Zustimmung der Bausparkassen, als dass diese nach den maßgeblichen ABB regelmäßig berechtigt sind, die Differenz zum Regelsparbeitrag einzufordern. Gleicht der Bausparer diese Differenz in der Folge nicht aus, kann der Bausparvertrag gemäß den vertraglichen Regelungen durch die Bausparkasse gekündigt werden. Von dieser Kündigungsmöglichkeit haben einige Bausparkassen in der jüngsten Zeit Gebrauch gemacht. Dies kann die BaFin grundsätzlich nicht beanstanden.

Was sind Vorfinanzierungsdarlehen und Zwischendarlehen?

Diese Darlehen stehen in Verbindung mit einem Bausparvertrag.

Der Bausparvertrag erlangt erst nach einer bestimmten Zeit Zuteilungsreife. Wenn der Bausparer jedoch bereits zu einem früheren Zeitpunkt z.B. eine Immobilie erwirbt, gewähren Kreditinstitute entweder ein Vorfinanzierungsdarlehen oder ein Zwischendarlehen. Diese Darlehen dienen also der Überbrückung der Wartezeit bis zur Zuteilung des Bausparvertrages. Während der Laufzeit des Vorfinanzierungsdarlehens oder des Zwischendarlehens leistet der Bausparer Zinsen auf das Darlehen und spart parallel seinen Bausparvertrag an.

Von einem Zwischendarlehen spricht man, wenn der Bausparer bereits das Mindestsparguthaben angespart hat, der Vertrag aber noch nicht zugeteilt werden kann. Von einem Vorfinanzierungsdarlehen spricht man dagegen, wenn der Bausparer noch kein bzw. nur ein geringes Bausparguthaben angespart hat.

Wird der parallel angesparte Bausparvertrag zugeteilt, wird das Vorfinanzierungsdarlehen bzw. Zwischendarlehen automatisch durch das Bausparguthaben und das Bauspardarlehen abgelöst.

Darf eine Bausparkasse den Zuteilungstermin eines Bauspardarlehens verbindlich benennen?

Nein, eine Bausparkasse darf den Termin nicht verbindlich benennen. Die Zuteilung hängt von verschiedenen Faktoren ab, auf die weder die Bausparkasse noch der Bausparer selbst Einfluss nehmen können. Der Bausparer kann durch sein Sparverhalten zwar Einfluss auf die Dauer des Ansparens seines Guthabens nehmen, inwieweit sich aber die anderen, im gleichen Tarif zusammengefassten Bausparer verhalten, darauf kann weder die Kasse noch der Einzelne Einfluss nehmen. Aus diesem Grunde wurde die Benennung des Zuteilungstermins auch gesetzlich untersagt.

Wie berechnet sich meine Bewertungszahl?

Die erreichte Bewertungszahl eines Bausparvertrages zeigt an, welche Leistungen der Bausparer bisher erbracht hat und wie diese Leistung des Einzelnen im Verhältnis zu den Leistungen aller anderen, in seinem Tarif zusammengefassten Sparer steht. In den Allgemeinen Bedingungen für Bausparverträge (ABB) ist die Mindestbewertungszahl aufzunehmen.

Kann eine Bausparkasse eine Sonderzahlung ablehnen/ Ist eine Sonderzahlung auf meinen Bausparvertrag genehmigungspflichtig?

Ja, da die Sonderzahlung eines Einzelnen immer auch Einfluss auf die Gesamtheit aller Sparer nimmt, die in dem jeweiligen Bauspartarif zusammengefasst sind. Die Bausparkasse kann daher eine Sonderzahlung ablehnen, wenn dadurch ein Ungleichgewicht im Tarif entsteht. Es kommt auch vor, dass die Sonderzahlung erst nach längeren Einzahlungen geringerer Summen auffällt, da erst dann eine bestimmte Schwelle erreicht wird. Maßgebend für jeden Einzelfall sind die Allgemeinen Bedingungen für Bausparverträge (ABB), die dem Bausparvertrag zu Grunde liegen.

Kann ich ein Vorfinanzierungs- bzw. Zwischendarlehen vorzeitig ablösen?

Grundsätzlich ja. Allerdings sehen die Bausparkassen in ihren Vertragsbedingungen vor, dass die Vorfinanzierung durch Zuteilung des Bausparvertrages abgelöst wird. Sie bestehen auf der Einhaltung dieser Regelung auch dann, wenn die Rückzahlung des Darlehens aus anderen Mitteln möglich ist. Der Bausparer muss daher i.d.R. das Bauspardarlehen abnehmen, welches dann sofort wieder zurückgeführt wird. Die Einzelheiten ergeben sich aus den gemeinsam vereinbarten vertraglichen Grundlagen zum jeweiligen Finanzierungsgeschäft.

Darf eine Bausparkasse einen überzahlten Bausparvertrag kündigen?

Sinn und Zweck des Bausparens ist es, dass nach einer Sparphase die Inanspruchnahme eines Bauspardarlehens erfolgt. Dies kann nicht mehr erfolgen, wenn die gesamte Bausparsumme angespart wurde. Maßgebend für jeden Einzelfall sind jedoch die Allgemeinen Bedingungen für Bausparverträge (ABB).

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