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Tagesgeld

Tagesgelder waren früher nur im Geschäft unter den Banken gebräuchlich. Mittlerweile werden sie von einigen Instituten auch im Geschäft mit privaten Kunden angeboten. Auf Tagesgeldkonten können Gelder mit täglicher Verfügbarkeit angelegt werden.

Eine Nutzung für den Zahlungsverkehr wie Überweisung auf Fremdkonten oder Abbuchung von Lastschriften ist dabei üblicherweise ausgeschlossen. Vielmehr können die Gelder in der Regel nur auf ein bei der Kontoeröffnung benanntes (Giro-)Konto des Anlegers abgerufen werden.

Fragen & Antworten

Wie werden die Zinsen unterjährig berechnet?

Lange Zeit war in Deutschland fast ausschließlich die sog. "deutsche kaufmännische Zinsrechnung" gebräuchlich. Diese unterstellt grundsätzlich je Monat 30 Zinstage, für das Jahr 360 Zinstage. Sie wird daher auch als "30/360-Methode" bezeichnet. Dieses historisch begründete Verfahren war jedoch international weniger gebräuchlich und auch bei Rechtsgeschäften in Deutschland konnten bereits früher grundsätzlich abweichende Vereinbarungen getroffen werden. Die Methode ist auch heutzutage auf Grund ihres hohen Bekanntheitsgrades noch sehr weit verbreitet.

Bei der "englischen Zinsrechnung" werden die Zinstage kalendermäßig ausgezählt, Monate haben gegebenenfalls 31 Tage. Das Jahr wird mit den tatsächlichen Tagen (365 bzw. 366) angesetzt. Diese Methode wird in der Kurzform auch mit "act/act" ("act" als Abkürzung für "actual", engl. für "tatsächlich") oder "365/365" bezogen auf ein "Normaljahr" bezeichnet. Sie wird derzeit zum Beispiel bei der Zinsberechnung für die meisten Bundeswertpapiere und börsennotierten Anleihen angewandt.

Die "Eurozinsrechnung", auch als "französische Zinsrechnung" bezeichnet, bemisst die Anzahl der Zinstage nach dem Kalender, berücksichtigt für das Jahr aber grundsätzlich 360 Tage und wird daher auch mit "act/360" oder "365/360" bezeichnet. Diese Methode findet häufig Anwendung bei öffentlichen und privaten Anleihen mit variablem Zinssatz, bei Geldmarktkrediten sowie bei den Refinanzierungsgeschäften der Europäischen Zentralbank.

Bei allen drei Zinsberechnungsmethoden handelt es sich um grundsätzlich zulässige und im Geschäftsverkehr genutzte Verfahren.

Darf die Bank den Zinssatz nach Belieben ändern?

Bei Geldanlagen auf unbestimmte Zeit wie Spareinlagen oder Tagesgeldkonten wird in der Regel ein variabler Zinssatz vereinbart, den die Bank entsprechend nach billigem Ermessen (§ 315 Bürgerliches Gesetzbuch), d.h. weitgehend im eigenen geschäftspolitischen Ermessen, ändern kann.

Bei Sparplänen mit variablem Zinssatz und Bonusvereinbarung sind die Banken mittlerweile jedoch auf Grund eines Urteils des Bundesgerichtshofes vom 17. Februar 2004 (Az. XI ZR 140/03) verpflichtet, die Vorgaben für künftige Zinsanpassungen (Zinsänderungsklausel) konkret festzulegen. Die Zinsentwicklung muss sich an einem konkreten Referenzzinssatz orientieren, die Anpassungstermine und -voraussetzungen müssen dem Kunden ebenfalls bekannt sein. Die Wahl des Referenzzinssatzes steht wiederum sehr weitgehend im geschäftspolitischen Ermessen der einzelnen Bank.

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