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Bausparvertrag auf einen Blick

Ein Bausparvertrag ist ein Sparvertrag, den Kunde und Bausparkasse in der Regel zur Immobilienfinanzierung abschließen, zum Beispiel für Kauf, Modernisierung oder Umbau von Wohnung oder Haus.

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Beschreibung

Der Bausparvertrag ist eine Kombination aus einem Sparplan und einem Immobiliendarlehen mit festgelegten Einlagen- und Darlehenszinsen. Hat der Kunde im vereinbarten Zeitraum genug angespart, erfolgt die Zuteilung: Der Bausparer hat dann Anspruch auf das Darlehen mit einer Verzinsung, die bis zur endgültigen Tilgung feststeht. Für den Darlehensteil der Bausparsumme müssen eine entsprechende Bonität beziehungsweise eine ausreichende Sicherung des Bausparers vorhanden sein.

Bausparverträge lassen sich aber auch als Anlageform für die steuerlich geförderten vermögenswirksamen Leistungen, zur Gewährung der Arbeitnehmersparzulage und Wohnungsbauprämie und damit zum Vermögensaufbau oder zur Altersvorsorge nutzen.

Der mit der Bausparkasse vereinbarte Bauspartarif bestimmt die jeweiligen Zinssätze, das heißt Sparzins und Darlehenszins, die Mindestsparzeit und andere Voraussetzungen für die Zuteilung wie das Mindestsparguthaben und die Mindestbewertungszahl. Darüber hinaus legen Kunde und Bausparkasse bereits bei Vertragsschluss fest, welche Regelsparbeiträge, Zins- und Tilgungsbeiträge und welche Abschlussgebühr zu zahlen sind.

Die Bausparkassen bieten verschiedene Bauspartarife an. Die Laufzeit eines Standardtarifs einschließlich Rückzahlung beträgt im Normalfall bis zu 20 Jahre. Am Anfang legen Sie eine Bausparsumme fest. Sie ist die Summe des Sparanteils, also des Kapitals, das Sie zu der Immobilienfinanzierung beisteuern, und des möglichen Bauspardarlehens. Nach Vertragsschluss wird meist eine Abschlussprovision fällig, was die effektiven Guthabenzinsen mindert.

Thema Frage Erläuterung
Mögliche Ziele Wann kann ein Bausparvertrag für mich sinnvoll sein? Ein Bausparvertrag eignet sich als Basis für eine spätere Immobilienfinanzierung. Das Geld muss laut dem Bausparkassengesetz (BauSparkG, §1 Abs. 3) für sogenannte wohnwirtschaftliche Zwecke verwendet werden, Sie können den Bausparvertrag aber auch als reinen Sparplan zur Altersvorsorge nutzen.
Risiken Welche Risiken bestehen?
  • Geschäftsrisiko: Wenn Sie die Ansparraten nicht in der vereinbarten Höhe bezahlen, gefährden Sie unter Umständen den Anspruch auf Gewährung des Bauspardarlehens.
  • Fremdwährungsrisiko: Dieses Risiko können Sie vermeiden, indem Sie Ihren Bausparvertrag mit einem deutschen Anbieter abschließen.
  • Emittentenrisiko/Kreditrisiko: Anlagebeträge sind in Deutschland in der Ansparphase mindestens durch die gesetzliche Einlagensicherung bis zu 100.000 Euro je Kunde abgesichert. Bei darüber hinaus angelegten Summen kann möglicherweise ein Kreditrisiko entstehen.
  • Verfügbarkeit/Liquiditätsrisiko: Sie können die gesamte Bausparsumme erst nach der Zuteilung zur Finanzierung eines Projekts verwenden. Wann die Zuteilung erfolgen wird, kann Ihre Bausparkasse zum Zeitpunkt des Vertragsschlusses jedoch noch nicht zweifelsfrei angeben, sondern nur schätzen.
Nutzen Wie sind Leistung, Gewinn und Nutzen des Bausparvertrags ausgestaltet?

Sie erhalten eine Anspar- beziehungsweise spätere Darlehensverzinsung, die für die gesamte Ansparzeit beziehungsweise die spätere Phase der Darlehensrückzahlung des Vertrags fix ist. Die Zinsen und anderen Konditionen sind von Bausparkasse zu Bausparkasse unterschiedlich. Die Institute bieten verschiedene Vertragsvarianten und Laufzeiten an. Prüfen Sie vor einem Abschluss genau, welches Angebot am besten Ihrem Bedarf entspricht und ob die Konditionen eines Sonderangebots wirklich günstig sind.

Vorteil: Guthabenzins und Darlehenszins stehen bei Vertragsschluss fest und sind entsprechend planbar.

Eigene Pflichten Welche Pflichten habe ich gegenüber der Bausparkasse? Sie müssen planen, wie Sie das Darlehen finanzieren und wie Sie es verwenden möchten. Bedenken Sie, dass für einen Bausparvertrag auch Kosten anfallen.
Verfügbarkeit Ab wann kann ich auf das Geld zugreifen? Sie erhalten die Darlehenssumme nach Zuteilung des Vertrags oder nach erfolgter Kündigung.
Hinweis- und Veröffent-lichungspflichten des Anbieters Welche Informationen muss mir die Bausparkasse zur Verfügung stellen? Die Bausparkasse muss Sie über die Konditionen gemäß der Preisangabenverordnung informieren und Sie auf die Regelungen zur Einlagensicherung hinweisen.
Vertriebswege und Anbieter Wo kann ich einen Bausparvertrag abschließen?

Bausparverträge können Sie bei einem Kreditinstitut oder einer Bausparkasse abschließen. Informationen und Beratung erhalten Sie in den Filialen, online oder telefonisch beim jeweiligen Anbieter.

Doch Achtung: Die Vielzahl der Angebote und die verschiedenen Bauspartarife der einzelnen Bausparkassen machen es schwierig, diese zu vergleichen und dann die richtige Wahl zu treffen. Nehmen Sie sich die Zeit, sich vor Abschluss eines Vertrags gründlich informieren und beraten zu lassen.

Wissenswertes für Anleger

Thema Frage Erläuterung
Typisches Anlegerprofil Für wen ist ein Bausparvertrag geeignet? Der Bausparvertrag eignet sich für Kunden, die ihr Vermögen nicht dem Risiko eines Verlustes aussetzen wollen und daher eine konservative Anlageform, also mit möglichst lukrativen Zinsen bevorzugen.
Staatliche Förderung Welche staatlichen Förderungen kann ich in Anspruch nehmen?
  • Arbeitnehmer-Sparzulage und Wohnungsbauprämie: Der Staat fördert das Bausparen. Unter bestimmten Voraussetzungen haben Sie Anspruch auf 9 % Arbeitnehmer-Sparzulage und 8,8 % Wohnungsbauprämie.
  • Arbeitnehmer-Sparzulage – Förderung auf vermögenswirksame Leistungen: Als Arbeitnehmer können Sie in der Steuererklärung zusätzlich eine Sparzulage beantragen, wenn Sie vermögenswirksame Leistungen von Ihrem Arbeitgeber auf das Bausparkonto überweisen lassen. Die Zulage beträgt pro Arbeitnehmer 9 Prozent auf jährliche Sparbeiträge bis zu 470 Euro. Dazu müssen Sie unbeschränkt einkommensteuerpflichtig sein und ein maximales zu versteuerndes Jahreseinkommen von 17.900 Euro (Verheiratete: 35.800 Euro) haben.
  • Wohnungsbauprämie – Förderung für eigene Sparleistungen: Für den Anspruch auf Wohnungsbauprämie darf das zu versteuernde Einkommen von Alleinstehenden höchstens 25.600 Euro betragen, das von Ehepaaren höchstens 51.200 Euro. Alleinstehende können höchstens 45,06 Euro pro Jahr auf eine jährliche Sparleistung von maximal 512 Euro erhalten, Ehepaare 90,11 Euro auf die jährliche Sparleistung von 1.024 Euro. Jährlich müssen mindestens 50 Euro gespart werden. Für diese Förderung gilt ein Mindestalter von 16 Jahren (auch für Schüler). Die Wohnungsbauprämie wird allerdings nur gewährt, wenn Sie tatsächlich eine Immobilie kaufen, bauen, modernisieren oder umbauen. Bausparer, die bei Vertragsabschluss unter 25 Jahre alt sind, können allerdings nach sieben Jahren frei über das Guthaben plus Wohnungsbauprämie verfügen, zum Beispiel für den Kauf einer Wohnungseinrichtung oder eines Autos.
Steuern Sind steuerliche Aspekte relevant? Um Freibeträge bei der Zinsbesteuerung zu nutzen, können Sie Ihrer Bausparkasse oder Ihrem Kreditinstitut einen Freistellungsauftrag erteilen.
Aufsicht und Regulierung Wie werden die Bausparkassen beaufsichtigt? Die BaFin muss Kreditinstituten mit Sitz im Inland eine Erlaubnis für das Kreditgeschäft bzw. Einlagengeschäft erteilen. Die Deutsche Bundesbank und die BaFin, ab einer bestimmten Größenordnung auch die Europäische Zentralbank (EZB), beaufsichtigen in Deutschland die Institute im Rahmen der Solvenzaufsicht. Die gesetzlichen Grundlagen zur Erlaubnis des Einlagengeschäfts – dies betrifft die Ansparzeit - sind in § 1 Absatz 1 Satz 2 Nr. 1 Kreditwesengesetz (KWG) geregelt, die Grundlagen zum Kreditgeschäft – dies betrifft die Finanzierungszeit - in § 1 Absatz 1 Satz 2 Nr. 2 KWG.
Nicht regulierte Bereiche Welche Bereiche der Bausparkassen werden nicht von der BaFin beaufsichtigt?

Die BaFin prüft nicht, ob das Kreditinstitut Ihnen günstige Zinsen in der Ansparphase Ihres Bausparvertrags zahlt oder ob die späteren Finanzierungszinsen angemessen sind. Für die Überprüfung der zivilrechtlichen Seite der jeweiligen Vertragsbedingungen ist die BaFin ebenfalls nicht zuständig.

Hinweis: bei ausländischen Kreditinstituten bzw. nicht deutscher Aufsicht kann es zu Einschränkungen für den Verbraucher kommen (z.B. Beschwerdeabteilung nur in Landessprache, andere gesetzliche Grundlagen und Haftungsgrenzen)

Arbeitnehmer-Sparzulage und Wohnungsbauprämie im Überblick

Arbeitnehmer-Sparzulage Wohnungsbauprämie
Höhe 9% der eingezahlten vermögenswirksamen Leistungen 8,8% der eigenen Einzahlungen (einschließlich Abschlussgebühr) und der gutgeschriebenen Zinsen
Jährlich geförderte Höchstbeträge

Alleinstehende/Verheiratete,
1 Arbeitnehmer:
470 EUR pro Jahr


Verheiratete, 2 Arbeitnehmer:
2x 470 EUR pro Jahr

Alleinstehende:
512 EUR


Verheiratete:
1.024 EUR

Anspruchsberechtigte Alle Arbeitnehmer (einschließlich Auszubildende) sowie Beamte, Richter, Berufssoldaten und Soldaten auf Zeit Alle Bausparer, die im Sparjahr das 16. Lebensjahr vollendet haben.
Einkommensgrenze (zu versteuerndes Einkommen p. a. Sparjahr)

Alleinstehende:
17.900 EUR


Verheiratete:
35.800 EUR

Alleinstehende:
25.600 EUR


Verheiratete:
51.200 EUR

geändert am 01.03.2016

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