BaFin

Girokonto auf einen Blick

Das Girokonto ermöglicht Ihnen die Teilnahme am bargeldlosen Zahlungsverkehr und die Abwicklung vieler verschiedener Bankgeschäfte. Sie können es als Lohn- und Gehaltskonto oder für sonstige Geldeingänge wie Rente und Unterhalt nutzen, damit aber auch Ihre Rechnungen per Überweisung, Dauerauftrag oder Lastschrift bezahlen oder mit Umbuchungen Geldbeträge auf andere Konten übertragen. Brauchen Sie Bargeld, können Sie es von Ihrem Girokonto abheben. Es ist außerdem als so genanntes Korrespondenzkonto nutzbar, beispielsweise für Kreditkarten, Wertpapiergeschäfte und Darlehen.

Auf dieser Seite:

Beschreibung

Je nach Anbieter haben Sie die Wahl zwischen entgeltpflichtigen oder kostenlosen Girokonten, entweder bei einer Filialbank oder einer Direktbank, bei Letzterer nur als Online-Konto. Achtung: Zinsen auf ein Guthaben gibt es meist nicht. Sie können mit Ihrem Kreditinstitut einen Dispositionskredit vereinbaren, der es möglich macht, das Girokonto in einem bestimmten Rahmen zu überziehen. Guthaben- und Überziehungszinsen sind variabel und können jederzeit vom Kreditinstitut angepasst werden.

ThemaFrageErläuterung
Mögliche ZieleWann benötige ich ein Girokonto?Sie müssen ein Girokonto haben, um am bargeldlosen Zahlungsverkehr teilnehmen zu können.
RisikenWelche Risiken bestehen?

  • Fremdwährungsrisiko: Dieses Risiko besteht nicht, wenn Sie ein Konto auf Euro-Basis nutzen.
  • Emittentenrisiko/Kreditrisiko: Guthabenbeträge auf Girokonten sind in Deutschland mindestens durch die gesetzliche Einlagensicherung bis zu 100.000 Euro je Kunde abgesichert. Bei darüber hinausgehenden Guthaben kann möglicherweise ein Kreditrisiko entstehen. Ein Girokonto bei ausländischen Anbietern will auch aufgrund des Insolvenzrisikos gut überlegt sein.
  • Verfügbarkeit: Je nach Ihrem persönlichen Verfügungsrahmen für Abhebungen, Überweisungen und sonstige finanzielle Transaktionen können Sie auch über Geldbeträge verfügen, die höher sind als das Guthaben auf Ihrem Girokonto. Dies hängt von der Bonität ab, also davon, ob der Kunde kreditwürdig ist. Minderjährige erhalten ein Girokonto nur auf Guthabenbasis. An Geldautomaten können Sie meist täglich maximal 500 Euro abheben. Dieses Tageslimit sollten Sie besonders beachten, wenn Sie ein Konto bei einer Direktbank haben: Unter Umständen können Sie keine größeren Beträge abheben, wenn Ihre Bank keine Partnerfilialen hat. Dies gilt übrigens entsprechend auch für Bareinzahlungen: Sie sind zwar grundsätzlich bei jeder Bank oder Sparkasse möglich, oft aber kostenpflichtig. Auf jeden Fall sollten Sie sich bei Ihrem Geldinstitut erkundigen, wie hoch der Verfügungsrahmen Ihrer EC-Karte ist.
  • Verschuldungsrisiko: Seien Sie vorsichtig, wenn Sie Ihren Dispositionskredit nutzen, um Ihr Konto zu überziehen, damit Sie sich nicht verschulden. Zudem ist der Dispokredit die teuerste Möglichkeit, um sich Geld zur Überbrückung eines finanziellen Engpasses zu leihen.
NutzenWie sind Leistung, Gewinn und Nutzen des Girokontos ausgestaltet?Wenn Sie am bargeldlosen Zahlungsverkehr teilnehmen, so können Sie damit verbundene Vorteile wie Überweisung, Dauerauftrag, EC-Karte oder Lastschrift nutzen. Sie können es auch als Referenzkonto einsetzen, zum Beispiel für die Auszahlung von Sparguthaben.

Hinweis: Als Anlage- oder Sparkonto ist das Girokonto weniger geeignet, denn Guthaben werden üblicherweise gar nicht oder nur gering verzinst. Denken Sie daran, dass Guthabenzinsen Kapitalerträge und damit steuerpflichtig sind.
Eigene PflichtenWelche Pflichten habe ich gegenüber der Bank?

Sie müssen sich regelmäßig über den aktuellen Kontostand informieren und für ausreichende Deckung des Girokontos sorgen, damit die fälligen Abbuchungen wie Miete oder Strom ausgeführt werden können. Es ist ratsam, die Buchungen auf den Kontoauszügen regelmäßig und in nicht zu großen Abständen zu überprüfen.

Kontrollieren Sie Ihre Quartalsabrechnungen vor Ablauf der Widerspruchsfrist! Danach können Sie diese nicht mehr anfechten.

Wenn Sie Ihr Konto überziehen, verlangen die Kreditinstitute so genannte Dispo- bzw. Überziehungszinsen. Diese sind durchaus nicht gering und von Bank zu Bank unterschiedlich. Informieren Sie sich bei Ihrem Institut über die Höhe der Zinsen, um unangenehme Überraschungen zu vermeiden. Sorgen Sie gegebenenfalls für ausreichend Deckung auf Ihrem Konto, damit Sie es nicht längerfristig überziehen müssen. Guthabenkonten betrifft dies nicht.

Hinweis: Das Dispolimit wird eingeräumt, um kurzfristige Zahlungsengpässe überbrücken zu können. Wollen Sie größere Anschaffungen finanzieren, ist ein Kredit die bessere – und kostengünstigere -Lösung (siehe dazu die Informationen zum Ratenkredit und zum Rahmenkredit).

VerfügbarkeitWie kann ich auf mein Girokonto zugreifen?Sie können je nach der Höhe Ihres persönlichen Verfügungsrahmens Geld von Ihrem Girokonto abheben, überweisen oder per Lastschrift einziehen lassen.
Hinweis- und Veröffent-lichungspflichten des AnbietersWelche Informationen muss mir die Bank zur Verfügung stellen?Das Kreditinstitut ist verpflichtet, Sie auf die Einlagensicherung hinzuweisen. Außerdem muss es die Konditionen für die verschiedenen Bankgeschäfte gemäß der Preisangabenverordnung offenlegen sowie seinen Informationspflichten bei der Erbringung von Zahlungsdienstleistungen (Art. 248 EGBGB) nachkommen.
Vertriebswege und AnbieterWo kann ich ein Girokonto eröffnen?Die Filial- oder Direktbanken bieten unterschiedlich gestaltete Modelle von Girokonten mit verschiedenen Zusatzleistungen wie etwa Kreditkarten an. Nehmen Sie sich daher die Zeit, sich vor der Kontoeröffnung gründlich informieren und beraten zu lassen. Informationen und Beratung erhalten Sie in den Filialen (nur Filialbanken), online oder telefonisch beim jeweiligen Anbieter.

Wissenswertes für Anleger

ThemaFrageErläuterung
Rechtliche HinweiseMuss eine Bank ein Girokonto für mich eröffnen?Seit Einführung des Zahlungskontengesetzes (ZKG) zum 19.06.2016 hat jeder Verbraucher/jede Verbraucherin mit rechtmäßigem Aufenthalt in der Europäischen Union einen Anspruch auf ein Zahlungskonto mit grundlegenden Funktionen - das so genannte Basiskonto. Mehr zum Thema Basiskonto finden Sie hier.
SteuernWird das Girokonto besteuert?Die Zinsen, die ein Kreditinstitut seinen Kunden im Falle einer Guthabenverzinsung zahlt, sind steuerpflichtig. Denken Sie daran, gegebenenfalls Ihrer Bank einen Freistellungsauftrag zu erteilen, um steuerliche Freibeträge zu nutzen.
Aufsicht und RegulierungWie werden die Banken beaufsichtigt?Die BaFin muss Kreditinstituten mit Sitz im Inland eine Erlaubnis erteilen, wenn sie Girokonten anbieten wollen. Die Deutsche Bundesbank und die BaFin, ab einer bestimmten Größenordnung auch die Europäische Zentralbank (EZB), beaufsichtigen in Deutschland die Institute im Rahmen der Solvenzaufsicht. Die rechtliche Grundlage dafür ist das Zahlungsdiensteaufsichtsgesetz (ZAG).
Nicht regulierte BereicheWelche Bereiche der Banken werden nicht von der BaFin beaufsichtigt?

Die BaFin beaufsichtigt die Höhe der Gebühren und die damit verbundenen Leistungen des jeweiligen Girokontos nicht. Die BaFin kann als Aufsichtsbehörde auch nicht über individuelle Ansprüche aus einer Geschäftsverbindung rechtsverbindlich entscheiden oder solche Ansprüche im Interesse einzelner Kundinnen und Kunden durchsetzen.

Hinweis: Bei ausländischen Kreditinstituten bzw. nicht deutscher Aufsicht kann es zu Einschränkungen für den Verbraucher kommen (z.B. Beschwerdeabteilung nur in Landessprache, andere gesetzliche Grundlagen und Haftungsgrenzen).

geändert am 25.09.2017

Fanden Sie den Beitrag hilfreich?

Wir freuen uns über Ihr Feedback

Zusatzinformationen