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Ratenkredit auf einen Blick

Der Ratenkredit oder Konsumentenkredit ist ein Kredit mit fest vereinbartem Zins und fester Laufzeit. Damit können Sie sich eine größere Summe von einem Kreditinstitut leihen, um sie beispielsweise für eine teurere Anschaffung zu nutzen.

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Beschreibung

Den Kredit zahlen Sie monatlich in gleichen Raten zurück, nachdem Sie das Geld erhalten haben. Ratenkredite werden – je nach Ihrem Bedarf und Ihrer Bonität – in der Regel zwischen 5.000 Euro und 50.000 Euro gewährt.

Als Sicherheit dafür, dass Sie den Kredit auch zurückzahlen, verlangen die Banken von ihren Kreditnehmern im Vertrag oft eine Gehaltsabtretung. Damit wird das Kreditinstitut ermächtigt, sich im Fall von Zahlungsstörungen den pfändbaren Betrag direkt vom jeweiligen Arbeitgeber anweisen zu lassen. Bei Auto-Finanzierungen ist eine so genannte Sicherungsübereignung üblich. Das bedeutet, dass der Kunde das rechtliche Eigentum an dem neu angeschafften Pkw der Bank überträgt, die den Kauf finanziert hat. Er kann das Auto uneingeschränkt nutzen, darf es aber erst verkaufen, wenn er den Kredit abgelöst hat.

Thema Frage Erläuterung
Mögliche Ziele Wann kann ein Ratenkredit für mich sinnvoll sein?

Ein Ratenkredit lohnt sich für Sie, wenn Sie einen größeren Geldbetrag auf einmal benötigen – zum Beispiel für eine teure Anschaffung wie ein neues Auto.

Tipp: Fragen Sie sich, ob die geplante Investition wirklich unumgänglich ist, und schließen Sie nur dann einen Ratenkredit ab. Weihnachtsgeschenke für die Familie oder den nächsten Urlaub sollten Sie damit nicht finanzieren.

Risiken Welche Risiken bestehen?
  • Liquiditäts- bzw. längerfristiges Überschuldungsrisiko: Falls Sie die Raten nicht bis zum Vertragsende oder nicht mehr in voller Höhe zahlen (können), beispielsweise durch plötzliche Arbeitslosigkeit, droht private Überschuldung. Wer absehen kann, dass sein Geld für seine laufenden Ausgaben nicht mehr ausreichen wird, sollte sich an eine Schuldnerberatungsstelle der öffentlichen Hand wenden.
  • Schufa-Eintrag bei Vertragsverstoß: Verstößt der Kunde gegen die Vertragsbedingungen und zahlt beispielsweise die Kreditraten zu spät oder unvollständig zurück, so riskiert er einen Eintrag bei der Schufa. Die Schufa-Auskunft spielt häufig eine Rolle bei der Entscheidung darüber, ob die Bank Ihnen einen Kredit gewährt und zu welchem Zinssatz, oder ob der Eigentümer Ihnen eine Wohnung vermietet.

Tipp: Versuchen Sie immer, den Kredit so schnell wie möglich zurückzuzahlen. Kommen Sie zwischenzeitlich zu Geld, so nutzen Sie es, um Ihren Kredit vorzeitig abzulösen. Kreditzinsen sind immer höher als Sparzinsen! Ein Ratenkredit lässt sich jederzeit kündigen. Möglicherweise verlangt die Bank als Ausgleich eine so genannte Vorfälligkeitsentschädigung. Diese ist aber gesetzlich begrenzt und beträgt maximal 1 Prozent der noch zu tilgenden Restschuld. Lassen Sie sich beraten, ob eine Umschuldung in Ihrem Fall eine Alternative sein kann.

Nutzen Wie sind Leistung, Gewinn und Nutzen des Ratenkredits ausgestaltet?

Sie zahlen für die Bereitstellung eines Ratenkredits einen Zins. Dieser orientiert sich unter anderem an dem jeweiligen Marktzins, also dem Refinanzierungssatz der Kreditinstitute. Auch Ihre Bonität und Ihre Sicherheiten spielen eine Rolle für die Konditionen des Ratenkredits.

Zur Rückzahlung des Kredits vereinbaren Bank und Kunde eine feste monatliche oder vierteljährliche Rate. Sie besteht in der Regel neben dem Zins- auch aus einem Tilgungsanteil. Während der Laufzeit des Kredits sinkt die Höhe der Zinsen stetig, da ja der Darlehensbetrag durch die Tilgung immer kleiner wird, und entsprechend wird der Tilgungsanteil der Rate immer größer.

Je kürzer Sie die Laufzeit des Ratenkredits vereinbaren, desto höher ist Ihre monatliche Belastung durch Zins und Tilgung. Fragen Sie sich vor der Unterschrift unter den Kreditvertrag, welche Belastung Sie verkraften können.

Der Zins ist in der Praxis von Bank zu Bank unterschiedlich. Wollen Sie die Angebote der verschiedenen Kreditinstitute vergleichen, so achten Sie vor allem auf den Effektivzins! Denn dieser berücksichtigt im Gegensatz zum Nominalzins nicht nur die Tilgungsmodalitäten und gegebenenfalls den Auszahlungskurs, sondern bezieht zusätzlich die Kosten für eine eventuell vom Kreditgeber verlangte Restschuldversicherung mit ein. Für einen wirklichen Vergleich empfiehlt es sich, mehrere für Sie persönlich berechnete Angebote einzuholen.

Beispiel:

Unabhängig von der Höhe und der Laufzeit des Kredits beträgt der feste Sollzins 4,88% p.a. und der effektive Jahreszins 4,99%.

Eine separate Bearbeitungsgebühr dürfen Kreditinstitute für einen Ratenkredit nicht (mehr) erheben – es sei denn, Sie haben die Gebühr mit der Bank frei vereinbart. Das hat der Bundesgerichtshof in seinen Urteilen vom 13. Mai 2014 entschieden (Aktenzeichen BGH XI ZR 170/13 und BGH XI ZR 405/12).
Achtung: Niedrige Zinsen kombiniert mit niedriger Tilgung verlängern die Laufzeit eines Kredits und machen ihn teurer.

Eigene Pflichten Welche Pflichten habe ich bei einem Ratenkredit gegenüber dem Kreditinstitut?
  • Um einen Ratenkredit als Alleinschuldner abschließen zu können, benötigen Sie einen Wohnsitz in Deutschland und müssen mindestens 18 Jahre alt sein. Damit ist dies auch für volljährige Schüler und Auszubildende möglich, wenn sie ein regelmäßiges Einkommen nachweisen. Sonst verlangen die Banken einen Mitkreditnehmer (etwa die Eltern), einen Bürgen oder Sicherheiten.
  • Sie müssen Ihre Gehaltseingänge beziehungsweise Einnahmen und Ausgaben sowie regelmäßige Belastungen offenlegen, damit das Kreditinstitut Ihre Zahlungsfähigkeit prüfen kann.
  • Bevor Sie einen Ratenkredit abschließen, sollten Sie selbst prüfen, ob Sie die vereinbarten Rückzahlungen auch wirklich leisten können.
  • Sie müssen zustimmen, dass die Bank eine Schufa-Auskunft über Ihre Kreditwürdigkeit einholt.
  • Entsprechend den Vertragsbedingungen müssen Sie Zins und Tilgung zahlen. Sie sind dafür verantwortlich, dass die Bank pünktlich – je nach Vereinbarung monatlich oder vierteljährlich – die vereinbarten Rückzahlungen für Ihren Ratenkredit erhält.
  • Gegebenenfalls müssen Sie dem Kreditinstitut Sicherheiten stellen. Das kann eine Gehaltsabtretung sein, aber auch eine Restschuldversicherung.
  • Sie müssen ein Referenzkonto angeben, im Regelfall das eigene Girokonto. Dorthin überweist die Bank das Geld, das Sie sich geliehen haben.

Hinweis: Es ist sinnvoller, Kredite zurückzuzahlen als zu sparen. Denn Kreditzinsen sind immer höher als die Zinsen, die Sie für eine Geldanlage erhalten können!

Verfügbarkeit Wann und wie kann ich über den Kreditbetrag verfügen? Das Kreditinstitut überweist die Kreditsumme auf das vereinbarte Referenzkonto, in der Regel das Girokonto. Sie können es dann sofort für Ihre Anschaffung nutzen.
Hinweis- und Veröffent-lichungspflichten des Anbieters Welche Informationen muss mir das Kreditinstitut zur Verfügung stellen?

Das Kreditinstitut ist per Gesetz verpflichtet, Ihnen Auskunft über alle Kosten und Gebühren sowie über den Nominalzins und effektiven Jahreszins zu geben. Besteht die Bank auf einer Restschuldversicherung, muss sie auch die Kosten dafür offenlegen.

Die Bank muss Sie außerdem über alle sonstigen Vertragsbedingungen informieren, wie Rückzahlungs- und Kündigungsmöglichkeiten oder eine eventuelle Vorfälligkeitsentschädigung, falls Sie den Kredit vor Ende der Laufzeit ablösen wollen.

Vertriebswege und Anbieter Wo kann ich einen Ratenkredit abschließen?

Informationen und Beratung erhalten Sie in den Filialen von Kreditinstituten, aber auch online im Internet oder telefonisch beim jeweiligen Anbieter. Dort können Sie dann auch den Vertrag für Ihren Ratenkredit abschließen.

Wenn Sie eine Ware – zum Beispiel die neue Waschmaschine oder das neue Auto – mit einem Ratenkredit bezahlen möchten, bieten viele Fachhändler eigene Finanzierungen an. Auch hier kann es sich lohnen, die Konditionen einer Autofirma denen anderer Anbieter gegenüberzustellen.

Holen Sie mehrere Vergleichsangebote ein und nehmen Sie die Bedingungen unter die Lupe, bevor Sie einen Kreditvertrag unterschreiben. Lesen Sie auch das Kleingedruckte!

Wissenswertes für Anleger

Thema Frage Erläuterung
Aufsicht und Regulierung Wie werden die Anbieter von Ratenkrediten beaufsichtigt?

Kreditinstitute mit Sitz im Inland benötigen die Erlaubnis der BaFin, um Kreditgeschäfte abschließen zu dürfen. In Deutschland beaufsichtigen die Deutsche Bundesbank und die BaFin, ab einer bestimmten Größenordnung auch die Europäische Zentralbank (EZB), die Institute im Rahmen der Solvenzaufsicht.

Die gesetzliche Grundlage, also die Erlaubnis zur Gewährung von Krediten, bildet das deutsche Kreditwesengesetz, kurz KWG, und zwar § 1 Abs. 1 Satz 2 Nr. 2.

Nicht regulierte Bereiche Welche Bestandteile eines Ratenkredits werden nicht von der Bankenaufsicht überwacht?

Die BaFin prüft nicht, ob das Kreditinstitut Ihnen einen Ratenkredit zu günstigen Konditionen anbietet oder ob die geforderten Zinsen angemessen sind. Für die Überprüfung der Vertragsbedingungen ist die BaFin ebenfalls nicht zuständig.

Im Zweifel müssen Sie selbst verschiedene Angebote einholen und vergleichen. Lassen Sie sich gründlich beraten und fragen Sie immer nach, wenn Sie eine Regelung im Vertrag nicht verstehen.

geändert am 01.03.2016

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