BaFin

Exchange Traded Commodities (ETCs) auf einen Blick

Exchange Traded Commodities, kurz ETCs, sind Schuldverschreibungen, die an die Wertentwicklung von Rohstoffen gekoppelt sind. Es handelt sich um Schuldverschreibungen, die an der Börse gehandelt werden. Die Laufzeit von ETCs ist unbefristet. ETCs machen es dem Anleger möglich, an der Wertentwicklung von Rohstoffen teilzuhaben, ohne sie direkt zu erwerben.

Auf dieser Seite:

Beschreibung

Die Rohstoffe können dem Wertpapier als Basiswert in unterschiedlicher Form zugrunde gelegt sein. Dazu können spezielle Rohstoffindizes herangezogen werden. Die Rohstoffe, in die Sie mit ETCs investieren können, stammen aus den Bereichen Energieträger wie Erdöl oder Erdgas, industriell verwendete Rohstoffe wie Kupfer oder Zink, Edelmetalle wie Gold, oder aus dem Agrarbereich – etwa Mais, Weizen oder Kakao. Bei manchen Exchange Traded Commodities nehmen die Anbieter eine gewisse Sicherung der Rückzahlung vor, indem sie den betreffenden Rohstoff physisch bei einem Treuhänder hinterlegen.

Thema Frage Erläuterung
Mögliche Ziele Wann könnten Exchange Traded Commodities für mich sinnvoll sein? Eine Investition ist für solche Anleger sinnvoll, die für die Strukturierung und Diversifizierung ihres Vermögens die sehr spezielle Anlage in Rohstoffe wünschen und zugleich Zertifikatstrukturen einsetzen wollen. Sie können damit in die Wertentwicklung von Rohstoffen investieren.
Risiken Welche Gefahren birgt eine Anlage in Exchange Traded Commodities?
  • Emittentenrisiko: ETCs werden in Form von Schuldverschreibungen angeboten. Somit sind sie mit einem so genannten Emittentenrisiko verbunden. Das bedeutet: Der Emittent als Schuldner kann ausfallen. Und nur wenn der Emitttent zahlungsfähig ist, können Sie Gelder aus der Anlage zurückerhalten (Bonitätsrisiko/Insolvenzrisiko).
  • Preisänderungsrisiko: Der Wert von ETCs hängt von der Entwicklung des Rohstoffwerts ab, der als Basis zugrunde liegt. Mit seinen Schwankungen verändert sich auch der Preis des Wertpapiers. Diese Schwankungen des Basiswerts wiederum werden im Fall von Rohstoffen von vielen verschiedenen Faktoren ausgelöst, die sich auf den Marktpreis auswirken und ihn letztlich bestimmen. So können Veränderungen politischer Rahmenbedingungen in einem Land die Preise eines dort gewonnenen Rohstoffs ebenso beeinflussen wie Absprachen, die Kartelle von Rohstoffproduzenten untereinander treffen. Ein Totalverlust Ihres in eine solche Anlage investierten Geldes ist daher nie auszuschließen.
  • Währungsrisiko: ETCs können auf Fremdwährungen lauten. Viele Rohstoffe – beispielsweise Edelmetalle – werden weniger in Euro gehandelt, sondern hauptsächlich in US-Dollar. Damit können hier Fremdwährungsrisiken auf den Anleger zukommen. Diese sollten Sie nicht unterschätzen. Manche ETCs sind mit Währungsabsicherungen ausgestattet.
Nutzen Was kann mir die Anlage in Exchange Traded Commodities bringen? Im Gegensatz zu Investitionen an Waren- und Terminbörsen haben Sie mit ETCs die Möglichkeit, auch kleinteiligere Investitionen in Rohstoffe zu tätigen. Sie bieten die Chance, an der Erwartung steigender Rohstoffpreise oder steigender Rohstoffindizes teilzuhaben, ohne diese Rohstoffe selbst kaufen zu müssen. Entscheidend ist der Aspekt der Wertsteigerung, nicht der der Ausschüttung.
Eigene Pflichten Welche Pflichten und Kosten kommen beim Erwerb von Exchange Traded Commodities auf mich zu?

Beim Kauf von ETCs können neben dem Kaufpreis selbst auch Entgelte für diese Transaktion fällig werden. Hinzu kommen laufende Kosten - neben Depotgebühren unter Umständen auch noch Produkt- und Währungssicherungsgebühren. Bei der Veräußerung fallen ebenfalls Kosten an.


Wenn Sie in ETCs investieren, müssen Sie sich selbst informieren, ob die verlangten Preise und Entgelte auch gerechtfertigt sind. Dies ist für Kleinanleger unter Umständen schwierig.

Kündigung Kann ich Exchange Traded Commodities jederzeit wieder verkaufen?

Die Laufzeit der Schuldverschreibung ist unbegrenzt. ETCs werden an der Börse grundsätzlich fortlaufend gehandelt und können dann am Markt veräußert werden. Je nach Marktlage kann es aber geschehen, dass der Handel mit ETCs eingeschränkt oder überhaupt nicht möglich ist.


Achten Sie darauf, ob dem Emittenten besondere Kündigungsrechte eingeräumt sind. Denn der von diesem gewählte Zeitpunkt der Kündigung könnte in eine Marktphase fallen, die für Sie als Anleger ungünstig ist (Wiederanlagerisiko). Der Investor ist durch solche Klauseln dem Risiko ausgesetzt, dass sich die Preise zu seinem Nachteil ändern können.

Hinweis- und Veröffent-lichungspflichten des Anbieters Welche Informationen muss mir der Anbieter zur Verfügung stellen? Für Exchange Traded Commodities, die als Wertpapiere ausgestaltet sind und öffentlich angeboten oder zum Handel an einem organisierten Markt zugelassen werden sollen, muss der Anbieter einen gebilligten Wertpapierprospekt veröffentlichen. Häufig werden solche Prospekte von Emittenten im europäischen Ausland in englischer Sprache mit deutscher Zusammenfassung erstellt, von der dortigen Behörde gebilligt und über den europäischen Pass nach Deutschland notifiziert.

Falls Sie sich zu ETCs zum Beispiel durch eine Bank, eine Sparkasse oder ein Finanzdienstleistungsinstitut beraten lassen, müssen diese Ihnen ein so genanntes Produktinformationsblatt zur Verfügung stellen. Außerdem muss dann ein Protokoll über diese Beratung angefertigt und Ihnen übergeben werden. Bestehen Sie darauf, diese Unterlagen zu erhalten! Häufig finden sich aber auch Informationen im Internet, etwa beim Emittenten selbst unter „Investor Relations“.
Vertriebswege und Anbieter Wo kann ich Exchange Traded Commodities erwerben? ETCs können Sie bei Sparkassen, Banken und sonstigen Finanzvertrieben kaufen. Dies ist sowohl mit als auch ohne Beratung möglich.

Wissenswertes für Anleger

Thema Frage Erläuterung
Typisches Anlegerprofil Für wen sind Exchange Traded Commodities geeignet? ETCs kommen vor allem für solche Anleger in Betracht, die bereits über ein größeres Wertpapiervermögen verfügen und in den Spezialbereich der Rohstoffe investieren wollen, um so eine Streuung der Risiken ihrer Anlagen zu erreichen. Denn im Rohstoffsektor verläuft die Wertentwicklung in der Regel unabhängig von der in anderen Investitionsbereichen. Machen Sie sich daher vor einem Kauf von ETCs umfassend mit dieser Anlageform vertraut: Bevor Sie sich für eine Investition in ETCs entscheiden, sollten Sie unbedingt sorgfältig abwägen, welche Vor- und Nachteile diese besondere Anlage gegenüber den spezifischen Eigenschaften anderer Investitionsformen in Rohstoffe aufweist.
Steuern Sind steuerliche Aspekte relevant? Bei allen Geldanlagen können Steuern anfallen. Daher sollten Sie steuerliche Aspekte berücksichtigen, bevor Sie sich für eine Anlage entscheiden. Falls Sie hierzu Fragen haben, wenden Sie sich bitte an Ihren Anlageberater oder an einen Steuerberater.
Aufsicht und Regulierung Wie wird der Handel mit Exchange Traded Commodities beaufsichtigt?

Für den Handel an den Börsen sind die Börsenaufsichtsbehörden der Bundesländer zuständig, das heißt die Wirtschafts- oder Finanzministerien beziehungsweise die entsprechenden Senatsverwaltungen. Diese wachen unter anderem darüber, dass der Handel an der Börse ordnungsgemäß abgewickelt und die Börsengeschäfte ordnungsgemäß erfüllt werden. Insbesondere überwachen die Börsenaufsichtsbehörden den Preisbildungsprozess, wobei sie mit den Handelsüberwachungsstellen zusammenarbeiten. Sie sind auch dafür zuständig, elektronische Handelssysteme zu registrieren und börsenähnliche Systeme zu beaufsichtigen.


Aufgabe der BaFin ist es, die Solvenzaufsicht über Betreiber börsenähnlicher Handelssysteme in Gestalt von Kreditinstituten oder Finanzdienstleistungsinstituten auszuüben.

Nicht regulierte Bereiche Wo liegen die Grenzen der Aufsicht? Bei ETCs werden allein ihre Bewerbung und ihr Vertrieb in der Anlageberatung beaufsichtigt. Der Prozess der Produktgestaltung unterliegt nicht der Aufsicht der BaFin.

geändert am 01.03.2016

Fanden Sie den Beitrag hilfreich?

Wir freuen uns über Ihr Feedback

Zusatzinformationen