BaFin

Offene Mischfonds auf einen Blick

Ein offener Mischfonds verteilt das Geld der Anleger auf unterschiedliche Anlageformen. So investiert er deren Vermögen zum Beispiel, indem er gleichzeitig Anteile an Unternehmen, also Aktien, und Darlehen an Unternehmen, also Anleihen, miteinander kombiniert. Auf diese Weise werden die Risiken der verschiedenen Anlagemöglichkeiten gestreut. Im Gegenzug erhalten Sie als Anleger Aktien oder Anteile am Mischfonds. Sie können Ihre Mischfonds-Anteile jederzeit wieder verkaufen. Damit ist das Geld schnell verfügbar.

Auf dieser Seite:

Beschreibung

Thema Frage Erläuterung
Mögliche Ziele Wann könnte ein offener Mischfonds für mich sinnvoll sein? Der Wert des offenen Mischfonds folgt dem Wert der in ihm enthaltenen Anlagen, nämlich beispielsweise der Aktien und Anleihen sowie der Dividenden und Zinsen, die dafür gezahlt werden.
Risiken Welche Gefahren birgt eine Anlage in einen offenen Mischfonds? Wertverlust: Sie haben keine Garantie dafür, wie die Wertentwicklung eines offenen Mischfonds tatsächlich verläuft. Denn wenn der Wert der Anlagen des Mischfonds sinkt – etwa weil der Markt nachgibt oder weil Unternehmen in wirtschaftlichen Schwierigkeiten sind –, so spiegelt sich dies zwangsläufig auch im Wert des Fondsanteils wider.
Nutzen Was kann mir die Anlage in offene Mischfonds bringen? Die gestreute Anlage Ihrer Gelder über einen offenen Mischfonds in unterschiedliche Anlageformen wie Aktien und Anleihen verringert Ihr Risiko, falls ein einzelner Wert ausfallen sollte – beispielsweise dann, wenn ein einzelnes Unternehmen zahlungsunfähig wird. Denn Ihr Fonds hatte nur einen Teil Ihres eingebrachten Geldes in dieses Unternehmen investiert, während der andere Teil über Anlagen bei vielen anderen Unternehmen verteilt ist. Wenn diese anderen Unternehmen weiter Dividenden und Zinsen zahlen, nehmen sie an diesen über den Fonds weiter teil. Die geschieht entweder, indem der Fonds sie an Sie ausschüttet, oder weil er sie wieder anlegt und damit seinen Wert steigert. Eine weitere Möglichkeit, das Risiko zu streuen, besteht darin, dass ein Mischfonds nicht ausschließlich am Renten- oder am Aktienmarkt investiert.
Die breite Streuung auf mehrere Anlageklassen ist entscheidend dafür, ob ein Mischfonds sich für Sie als Anlage auf lange Sicht eignet. Deshalb sollten Sie vor der Entscheidung für einen Fonds dessen Anlagestrategie mit berücksichtigen.
Eigene Pflichten Welche Pflichten und Kosten kommen beim Kauf eines offenen Mischfonds auf mich zu?
  • Kosten: Ein offener Mischfonds kostet Geld. Wenn Sie Fondsanteile kaufen, fällt in der Regel ein so genannter Ausgabeaufschlag an. Bei Rückgabe der Anteile an die Fondsgesellschaft wird teilweise auch ein Rücknahmeabschlag erhoben. Daneben werden laufend aus dem Fondsvermögen verschiedene Kosten beglichen.
  • Gebühren: Bei manchen Banken müssen Sie zudem jährlich Depotgebühren dafür bezahlen, dass diese Ihre Fondsanteile in einem Depot verwahren.

Darüber hinaus entstehen Ihnen keine weiteren Pflichten.

Kündigung Kann ich den Fondsanteil jederzeit wieder zurückgeben oder verkaufen? Wollen Sie Ihre Fondsanteile wieder abstoßen, so haben Sie zwei Möglichkeiten. Einerseits können Sie die meisten Fondsanteile an offenen Mischfonds üblicherweise börsentäglich an die Fondsgesellschaft zurückgeben, also zurückverkaufen. Die Fondsgesellschaft zahlt Ihnen dann den Wert der Anteile aus, wobei sie gegebenenfalls einen Rücknahmeabschlag abzieht. In den Anlagebedingungen kann aber vorgesehen sein, dass in bestimmten Fällen die Rücknahme von Anteilen ausgesetzt ist. Andererseits können Sie Ihren Anteil auch an andere Anleger weiterverkaufen. Dies geschieht meist über die Börse zu dem dort festgestellten Preis. Dafür müssen Sie dann aber Verkaufskosten einkalkulieren, die Ihre Rendite schmälern.
Hinweis- und Veröffent-lichungspflichten des Anbieters Welche Informationen muss mir der Anbieter zur Verfügung stellen? Jeder, der in Deutschland einen offenen Publikumsmischfonds anbieten will, muss einen Verkaufsprospekt erstellen. Dieser enthält alle wirtschaftlichen und juristischen Details zu dem betreffenden Fonds sowie die wesentlichen Anlegerinformationen, welche die Informationen des Verkaufsprospekts noch einmal zusammenfassen. Darüber hinaus ist der Anbieter gesetzlich verpflichtet, halbjährlich und jährlich über die Entwicklung von offenen Mischfonds zu berichten. Falls Sie sich zum Beispiel durch eine Bank zum Mischfonds beraten lassen, muss diese Ihnen alle diese Informationen zur Verfügung stellen. Dazu hat Sie Ihnen die wesentlichen Anlegerinformationen auszuhändigen, in denen alle Informationen kurz und knapp dargestellt werden. Außerdem muss dann ein Protokoll über die Beratung durch die Bank erstellt und Ihnen übergeben werden.
Vertriebswege und Anbieter Wo kann ich offene Mischfonds kaufen? Offene Mischfonds können entweder direkt beim Verwalter des Fonds oder der Fondsgesellschaft gekauft werden oder bei sonstigen Finanzvertrieben, die derartige Fonds anbieten. Das können Banken, Sparkassen oder andere Finanzdienstleistungsinstitute sein.
Achten sollten Sie auf die eventuell unterschiedlichen Preise und die Zusatzkosten, vor allem auf die Höhe des sogenannten Ausgabeaufschlags. Wurden Sie beraten, müssen Ihnen neben einem Protokoll über diese Beratung auch die wesentlichen Anlegerinformationen ausgehändigt werden. Zudem müssen Ihnen der Verkaufsprospekt und die letzten veröffentlichten Jahres- und Halbjahresberichte kostenlos zur Verfügung gestellt werden. Bei bestimmten Mischfonds gilt dies jedoch nur, wenn Sie diese Unterlagen ausdrücklich verlangen.

Wissenswertes für Anleger

Thema Frage Erläuterung
Typisches Anlegerprofil Für wen sind offene Mischfonds geeignet? Offene Mischfonds richten sich an Anleger, die Geld einmalig oder im Rahmen eines Sparplans regelmäßig anlegen und sich nicht weiter um die Zusammensetzung ihrer Anlage kümmern wollen. Dabei können sie das Risiko eines Verlusts in der Regel durch die breite Streuung der Anlage verringern.
Steuern Sind steuerliche Aspekte relevant? Bei allen Geldanlagen können Steuern anfallen. Daher sollten Sie steuerliche Aspekte berücksichtigen, bevor Sie sich für eine Anlage entscheiden. Falls Sie hierzu Fragen haben, wenden Sie sich bitte an Ihren Anlageberater oder an einen Steuerberater.
Aufsicht und Regulierung Wie werden offene Mischfonds und ihr Vertrieb beaufsichtigt? Die Kapitalverwaltungsgesellschaften mit Sitz im Inland, die beispielsweise offene Mischfonds verwalten, benötigen dafür die Erlaubnis der BaFin. Die Kapitalverwaltungsgesellschaften müssen eine Reihe von Anlagevorschriften einhalten.
Bei Publikumsinvestmentfonds, die in Deutschland aufgelegt werden, ist auch die Produktaufsicht Aufgabe der BaFin. So genehmigt sie beispielsweise die Anlagebedingungen von Publikumsfonds und deren Änderungen. Darüber hinaus prüft sie die Vertriebsanzeigen inländischer und ausländischer Investmentfonds, die in Deutschland vertrieben werden sollen.
Die Aufsicht über die Vertriebswege hängt davon ab, wer die Fonds vertreibt. Finanzanlagevermittler und Honorar-Finanzanlageberater, die Fonds vertreiben, werden von der Behörde beaufsichtigt, die gemäß der Gewerbeordnung für sie zuständig ist. Je nach Bundesland können dies die IHK, der (Land-)Kreis, die Gewerbeämter oder auch die Ortspolizei sein. Anlageberater und Honorar-Anlageberater sind von Banken und Finanzdienstleistungsinstituten der BaFin anzuzeigen und werden mittelbar über die Institutsaufsicht überwacht.
Nicht regulierte Bereiche Wo liegen die Grenzen der Aufsicht? Die BaFin prüft und beurteilt nicht, ob die von den Fondsmanagern verfolgte Anlagestrategie erfolgsversprechend ist. Die Risiken, die mit dieser Form der Geldanlage verbunden sind, tragen allein Sie als Anleger.
Lesen Sie daher alle Unterlagen aufmerksam durch. Versuchen Sie, sich ein möglichst umfassendes Bild von dem angebotenen Produkt und den damit verbundenen Gefahren zu machen, bevor Sie eine Entscheidung treffen.

geändert am 01.03.2016

Fanden Sie den Beitrag hilfreich?

Wir freuen uns über Ihr Feedback

Zusatzinformationen