BaFin

Thema Marktmanipulation, Insiderüberwachung Marktmanipulation und Insiderhandel

Eine wichtige Aufgabe der BaFin ist es, Marktmanipulation aufzudecken und zu verfolgen. Privatanleger sind dabei vor allem in den Fällen des sogenannten Scalpings betroffen, also wenn beispielsweise eine Vielzahl von Anlegern telefonisch oder mittels Fax- bzw. E-Mail-Spam kontaktiert wird und dann Aktien empfohlen werden, ohne dass dabei gleichzeitig offengelegt wird, dass die Bewerber diese selbst halten und verkaufen wollen.

Auf dieser Seite:

Vorsicht vor Aktienempfehlungen

Sie haben einen „heißen“ Anlagetipp erhalten? Seien Sie vorsichtig: In den vergangenen Jahren wurden viele Unternehmen einzig zu dem Zweck gegründet, an das Geld von Anlegern zu gelangen. Doch auch die Aktienkurse seriöser Unternehmen können durch unlautere Kaufempfehlungen manipuliert werden.

Wenn Sie unaufgefordert angerufen werden, ein falsch adressiertes Fax oder einen Börsenbrief mit „tollen Tipps“ erhalten, sollten Sie vorsichtig sein. Oft sind dies Anzeichen für unseriöses Geschäftsgebaren. Lassen Sie sich auch nicht von Namen, Standorten oder Berufsbezeichnungen der Bewerber beeindrucken.

Nennen Sie unbekannten Anrufern keine persönlichen Daten, wie die Konto- oder Depotnummer, und versenden Sie keine Kopien Ihrer Konto- und Depotauszüge.

Warnungen und weitere Informationen

Wenn die BaFin substanzielle Hinweise auf Marktmanipulation erhält, veröffentlicht sie entsprechende Warnungen.

Die BaFin hat für Verbraucher die Broschüre „Achtung Marktmanipulation“ veröffentlicht. Weitere Informationen können Sie den Broschüren „Wertpapiergeschäfte – Was Sie als Anleger beachten sollten“ und „Geldanlage – Wie Sie unseriöse Anbieter erkennen“ entnehmen.

Die Broschüre „Achtung Marktmanipulation“ informiert zu den folgenden Fragen:

  • Was sind die gängigsten „Abzockmethoden“?
  • Wann müssen Sie hellhörig werden?
  • Wo ist besondere Vorsicht geboten?
  • Wie können Sie sich schützen?
  • Was können Sie tun, wenn Sie Opfer einer Marktmanipulation geworden sind?

Weitere grundsätzliche Informationen zum Thema finden Sie im Bereich Aufsicht unter Marktmanipulation.

Häufige Fragen

Was ist Marktmanipulation?

Marktmanipulation liegt vor, wenn jemand absichtlich falsche Angaben über bewertungserhebliche Umstände macht oder veröffentlichungspflichtige Angaben verschweigt, und die falschen bzw. unterlassenen Angaben dazu geeignet sind, den Börsen- oder Marktpreis bestimmter Wertpapiere zu beeinflussen.

Ein typisches Beispiel sind Aktiengesellschaften, die überhöhte Umsätze oder Gewinne angeben, um die Kurse ihrer Aktien in die Höhe zu treiben. Verboten sind auch sonstige Täuschungshandlungen, die vorgenommen werden, um auf den Preis eines Vermögenswerts einzuwirken. Darunter fallen z.B. unlautere Handelspraktiken oder das Streuen von Gerüchten zum Zweck der Preisbeeinflussung.

Die BaFin kann Verstöße gegen das Verbot der Marktmanipulation als Ordnungswidrigkeit ahnden. Ist erwiesen, dass die verbotene Handlung tatsächlich zu einer Kursbeeinflussung geführt hat, kann die Tat auch als Straftat geahndet werden. In diesen Fällen gibt die BaFin das Verfahren zur weiteren Verfolgung an die Staatsanwaltschaft ab.

Was ist Insiderhandel?

Insiderhandel liegt vor, wenn Personen, die Kenntnis von einer Insiderinformation haben, aufgrund dieses Wissens Papiere des betroffenen Unternehmens erwerben oder veräußern, um sich so einen wirtschaftlichen Sondervorteil zu verschaffen. Eine Insiderinformation ist jede nicht öffentlich bekannte Tatsache, die geeignet ist, im Falle ihres öffentlichen Bekanntwerdens den Kurs erheblich zu beeinflussen, und somit einen erheblichen Kaufs- oder Verkaufsanreiz auf den Anleger ausübt.

Insiderhandel liegt z.B. vor, wenn ein Mitarbeiter einer Aktiengesellschaft, die kurz vor der Insolvenz steht, alle Aktien dieses Unternehmens, die er besitzt, veräußert, bevor die schlechte finanzielle Lage des Unternehmens bekannt wird und die Kurse fallen. Oder die Aktiengesellschaft hat gerade einen lukrativen Großauftrag erhalten und der Mitarbeiter kauft Aktien des Unternehmens, weil er weiß, dass die Kurse steigen werden, sobald der Großauftrag bekannt wird.

Bei Verdacht auf Insiderhandel leitet die BaFin eine Insideruntersuchung ein und erstattet Anzeige bei der Staatsanwaltschaft, wenn sich der Verdacht erhärtet.

Wie kann ich Verstöße melden?

Wenn Sie Anhaltspunkte dafür haben, dass jemand gegen das Verbot der Marktmanipulation oder gegen das Verbot des Insiderhandels verstoßen hat, so wenden Sie sich bitte an die Hinweisgeberstelle der BaFin.

Bitte geben Sie an, um welches Wertpapier bzw. welches Unternehmen es sich handelt. Nennen Sie die Wertpapierkennnummer (WKN) oder die internationale Identifikationsnummer ISIN. Nennen Sie uns die Person(en), gegen die sich Ihr Verdacht richtet, und schildern Sie die verdächtigen Vorgänge so genau wie möglich.
Wir sind für konkrete Hinweise sehr dankbar. Bitte haben Sie aber Verständnis dafür, dass wir Sie weder über den aktuellen Stand noch über das Ergebnis unserer Ermittlungen informieren können, da wir zur Geheimhaltung verpflichtet sind. Auch können wir Sie nicht bei der Durchsetzung eventueller Schadensersatzansprüche unterstützen, falls Sie durch verbotene Geschäftspraktiken Geld verloren haben. Hierfür sind die Zivilgerichte zuständig. Bevor Sie Klage erheben, sollten Sie sich aber anwaltlich beraten lassen.

geändert am 05.07.2016

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