BaFin

Thema Verbraucherschutz Geldanlage & Wertpapiere

Es gibt viele Möglichkeiten, Geld anzulegen – doch nicht alle sind für Privatanleger geeignet. Diese Informationen helfen Ihnen dabei, Anlageentscheidungen zu treffen und sich auf Beratungsgespräche vorzubereiten. Außerdem erfahren Sie, wie Sie unseriöse Angebote und betrügerische Anbieter erkennen können.

Fragen & Antworten

Was sollte ich vor einer Anlageentscheidung bedenken?

Die BaFin darf Sie bei Ihrer Anlageentscheidung nicht beraten. Wenn Sie jedoch die nachstehenden Punkte berücksichtigen, gehen Sie mit den wesentlichen Risiken einer Anlageentscheidung vernünftig um. Sachkundige Hilfe bieten beispielsweise die örtlichen Verbraucherzentralen an.

Welche Ziele verfolgen Sie mit der Anlage?
Sie sollten sich bereits zu Hause Gedanken über Ihre Anlageziele machen. Sparen Sie für das Alter oder wollen Sie ein bisschen an der Börse "spielen"? Der Anlagezweck und die verfügbaren Ersparnisse bestimmen die Anlagestrategie. Prüfen Sie kritisch, ob Ihre Ziele realistisch sind und mit Ihren finanziellen Verhältnissen in Einklang stehen.

Wer ist der Anbieter?
Machen Sie keine Geschäfte mit Anbietern, die Ihnen keine aussagekräftigen Informationen zur Verfügung stellen. Verlassen Sie sich nicht auf wohlklingende Namen. Informieren Sie sich über den Anbieter, z.B. bei den örtlichen Verbraucherzentralen.

Welche Produkte werden angeboten?
Lassen Sie sich die Produkte und deren Risiken genau erklären. Entscheiden Sie erst, wenn Sie die Produkte verstanden haben. Denken Sie daran: Höhere Erträge bedeuten regelmäßig auch höhere Risiken.

Welche Kosten kommen auf Sie zu?
Erkundigen Sie sich nach den Kosten für die Auftragsausführung, für die Aufbewahrung und einen etwaigen Wiederverkauf. Auch nach Mindestentgelten und den Nachschusspflichten bei Derivaten sollten Sie fragen.

Wichtig ist eine sorgfältige Dokumentation des Geschäfts für den Fall, dass später Probleme auftreten. Offene Punkte oder besonders wichtige Auskünfte sollten Sie sich im Zweifel schriftlich bestätigen lassen.

Können Sie mir Adressen von Anlegerschutzvereinen und Verbraucherschutzzentralen nennen?

Es gibt eine Vielzahl von Anlegerschutzvereinen. Wegen der Neutralitätspflicht kann Ihnen die BaFin nicht einzelne der Vereine empfehlen. Die Adressen von Anlegerschutzvereinen können Sie der einschlägigen Fachpresse oder dem Internet entnehmen.

Nähere Informationen zu den regionalen Verbraucherzentralen finden Sie unter www.verbraucherzentrale.de.

Was mache ich, wenn ich seit Längerem nichts mehr von meiner Geldanlage gehört habe?

Wenn Sie von Ihrer Geldanlage schon lange nichts mehr gehört haben, sollten Sie sich unbedingt nach dem Stand erkundigen. Akzeptieren Sie keine Ausflüchte. Ein seriöser Anbieter unterrichtet Sie von sich aus regelmäßig und zuverlässig über die Entwicklung Ihrer Investition. Erhalten Sie keine oder nur eine unzureichende Antwort, wenden Sie sich an die BaFin.

Sollte es Ihnen unmöglich sein, den Anbieter zu erreichen, ist dies ein sehr deutliches Alarmzeichen. Bitte erfragen Sie umgehend bei uns, ob der in Rede stehende Anbieter eine Zulassung besitzt. Wenn nicht, sollten Sie unverzüglich fachkundigen Rat bei einem Rechtsanwalt, einem Anlegerschutzverein oder einer Verbraucherzentrale einholen.

Kann ich mein verlorenes Geld auf dem Rechtsweg zurückerhalten?

Diese Frage sollten Sie mit einem Rechtsanwalt beraten. Möglicherweise können auch Verbraucherzentralen oder Anlegerschutzvereine weiterhelfen.

Komme ich aus meiner Geldanlage wieder heraus?

Das ergibt sich aus den Vertragsunterlagen. Häufig sind auch die allgemeinen Geschäftsbedingungen heranzuziehen. Handelt es sich um die Mitgliedschaft in einer Gesellschaft, sollten Sie sich den Gesellschaftsvertrag näher anschauen. Hilft das Studium der Vertragsunterlagen nicht weiter, sollten Sie sich von einem Rechtsanwalt, einem Anlegerschutzverein oder einer Verbraucherzentrale beraten lassen.

Ich kann meinen Vermittler bzw. die Gesellschaft, deren Anteile ich erworben habe, nicht mehr erreichen. Was kann ich tun?

Dem Problem der Nicht-Erreichbarkeit von Vermittlern geht die BaFin nach, sofern es sich bei den vermittelten Produkten um Finanzinstrumente, also zum Beispiel um Wertpapiere, handelt. Bitte wenden Sie sich in diesem Fall unter Angabe des Namens des Vermittlers an die BaFin.

Bei der Suche nach dem Emittenten, dessen Anteile Sie erworben haben, kann die BaFin Ihnen leider nicht weiterhelfen, da diese nicht von der BaFin beaufsichtigt werden.

Warum hat die BaFin die Insolvenz bzw. die Untreue eines Instituts nicht verhindert? Wofür ist die BaFin überhaupt da?

Die Tatsache, dass ein Unternehmen von der BaFin beaufsichtigt wird, bietet keinen hundertprozentigen Schutz gegen unseriöse Produkte. Der Gesetzgeber hat der BaFin die Marktaufsicht über Finanzdienstleistungs- und Kreditinstitute übertragen. Die Prüfung der Güte jedes einzelnen Produkts gehört nicht zu den Aufgaben der BaFin. Mit dieser Aufgabe würde auch jede Institution schnell an ihre Grenzen stoßen, da es einen sicheren Schutz gegen Betrug und Veruntreuung oder gegen den Totalverlust des eingesetzten Kapitals nicht geben kann. Der Anleger bleibt immer gehalten, in Selbstverantwortung die Seriosität und die wirtschaftliche Plausibilität der angebotenen Produkte zu überprüfen.

Fanden Sie den Beitrag hilfreich?

Wir freuen uns über Ihr Feedback

Zusatzinformationen

Englische Version