BaFin

Wie unterscheiden sich die einzelnen Durchführungswege?

Datum: 15.03.2012

Direktversicherung

Bei der Direktversicherung schließt der Arbeitgeber als Versicherungsnehmer einen Lebens-/Rentenversicherungsvertrag zu Gunsten des Arbeitnehmers ab. Bezugsberechtigt sind der Arbeitnehmer und ggf. seine Hinterbliebenen.

Pensionskasse

Pensionskassen sind rechtlich selbstständige Versicherungsunternehmen. Sie gewähren dem Arbeitnehmer und ggf. seinen Hinterbliebenen einen Anspruch auf Versorgungsleistungen. Pensionskassen sichern weggefallenes Erwerbseinkommen ab.

Eine spezielle Pensionskasse ist die Zusatzversorgungskasse. Ihre Leistungen beruhen auf der Verpflichtung des Arbeitgebers aus einem allgemeinverbindlichen Tarifvertrag. Für Arbeiter und Angestellte des öffentlichen Dienstes gibt es unter anderem die Versorgungsanstalt des Bundes und der Länder (VBL). Siehe: Ist die BaFin auch für öffentlich-rechtliche Versorgungseinrichtungen zuständig?

Pensionsfonds

Pensionsfonds sind rechtlich selbstständige Versorgungseinrichtungen, jedoch keine Versicherungsunternehmen. Sie gewähren dem Arbeitnehmer und ggf. seinen Hinterbliebenen einen Anspruch auf Versorgungsleistungen. Es kommen nur Rentenleistungen und Auszahlungspläne in Betracht, wobei das zu Beginn der Rentenphase vorhandene Kapital nicht auf einmal ausgezahlt werden darf.

Die Leistungen des Pensionsfonds beruhen entweder auf einer Leistungszusage oder auf einer Beitragszusage (Siehe: Was bedeutet betriebliche Altersversorgung?). Soweit keine Garantien abgegeben werden, ist der Pensionsfonds in der Anlage seiner Mittel frei. Pensionsfonds können somit bei der Vermögensanlage im Vergleich zu Lebensversicherern größere Risiken eingehen, um höhere Renditen zu erzielen. Dies birgt jedoch auch die Gefahr von Verlusten.

Direktzusage

Die Direktzusage ist keine Versicherung. Sie ist die unmittelbare Zusage des Arbeitgebers an den Arbeitnehmer auf Leistungen der betrieblichen Altersversorgung. Der Arbeitgeber räumt dem Arbeitnehmer einen Rechtsanspruch auf die zugesagten Leistungen ein, ohne dass er einen Versorgungsträger einbezieht.

Unterstützungskasse

Unterstützungskassen sind rechtlich selbstständige Versorgungseinrichtungen, jedoch keine Versicherungsunternehmen. Sie unterliegen nicht der Aufsicht der BaFin.

Die Unterstützungskassen gewähren dem Arbeitnehmer keinen eigenen Anspruch auf Versorgungsleistungen (vgl. § 1b Abs. 4 Satz 1 BetrAVG). Der Arbeitnehmer hat nur einen Anspruch gegen den Arbeitgeber. Dieser bedient sich zur Erfüllung seiner Versorgungsverpflichtungen einer Unterstützungskasse, die in der Regel die Leistungen an den Versorgungsempfänger auszahlt.

Viele Unterstützungskassen sichern die zu erbringende Versorgungsleistung durch eine sogenannte Rückdeckungsversicherung ab. Direkte Ansprüche des Arbeitnehmers gegen die Unterstützungskasse entstehen aber auch bei dieser Konstruktion nicht, da die Rückdeckungsversicherung allein der Refinanzierung der Unterstützungskasse dient.

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