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EBA Q&A: Kreditrisiko - Reduzierung der Eigenmittelanforderungen für das Kreditrisiko von Risikopositionen gegenüber KMU

CRR Art. 501 [2]a

Datum: 13.11.2017

Ergänzend zu den beiden Q&As 2015_2135 sowie 2015_2268: Kann bei spekulativer Immobilienfinanzierung die Reduzierung der Eigenmittelanforderungen (KMU Faktor) zur Anwendung kommen, sofern die Bedingungen des Art. 501 Abs. 2 CRR erfüllt sind?

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Themengebiet

Kreditrisiko

Frage

Ergänzend zu den beiden Q&As 2015_2135 sowie 2015_2268:
Kann bei spekulativer Immobilienfinanzierung die Reduzierung der Eigenmittelanforderungen (KMU Faktor) zur Anwendung kommen, sofern die Bedingungen des Art. 501 Abs. 2 CRR erfüllt sind?

Hintergrund der Frage

Den in Art. 128 Abs. 2 Buchst. d CRR aufgelisteten Risikopositionen (spekulative Immobilienfinanzierung) ist ein Risikogewicht von 150 % zuzuweisen.

Ursprüngliche Zielsetzung des speziellen KMU Faktors besteht darin, die Darlehensvergabe an KMU – durch für die Institute reduzierte Eigenmittelanforderungen infolge der Anwendung eines Unterstützungsfaktors von 0.7619 - zu erhöhen.

Nach Art. 147 Abs. 8 CRR sind Spezialfinanzierungen als Unter-Kategorie innerhalb der Risikopositionsklasse ‚Risikopositionen gegenüber Unternehmen‘ zu behandeln. Risikopositionen nach Art. 128 Abs. 2 Buchst. d CRR können auch Zweckgesellschaften (Spezialfinanzierungs-Kategorien) sein und diese Risikopositionen können auch die KMU-Voraussetzungen erfüllen.

Antwort (EBA)

Nach Art. 501 Abs. 2 Buchst. a CRR ist der KMU-Faktor nur für die aufgelisteten Risikopositionsklassen ‚Mengengeschäft‘‚ Risikopositionen gegenüber Unternehmen‘ oder ‚durch Immobilien besicherte Risikopositionen‘ anwendbar.

Im Rahmen des Standardansatzes stellen „mit besonders hohen Risiken verbundene Risikopositionen“ nach Art. 112 Buchst. k CRR eine eigenständige Risikopositionsklasse dar. Diese Risikopositionsklasse entspricht keiner der Risikopositionsklassen, auf die Art. 501 Abs. 2 Buchst. a CRR Bezug nimmt. Folglich können im Rahmen des Standardansatzes die niedrigeren Eigenmittelanforderungen für das Kreditrisiko von Risikopositionen gegenüber KMU nach Art. 501 CRR nicht für mit besonders hohen Risiken verbundene Risikopositionen angewandt werden.

Im Rahmen des IRB-Ansatzes werden Risikopositionen - die im Rahmen des Standardansatzes entweder der Risikopositionsklasse „durch Immobilien besicherte Risikopositionen“ oder der Risikopositionsklasse „mit besonders hohen Risiken verbundene Risikopositionen“ zugeordnet werden – in keiner eigenständigen Risikopositionsklasse erfasst, sondern einer der Risikopositionsklassen nach Art. 147 Abs. 2 CRR zugewiesen; sofern es sich um eine Risikoposition gegenüber einem KMU handelt, wird diese entweder unter Buchst. c) oder Buchst. d) subsummiert. Folglich kann sich eine Risikoposition gegenüber einem Unternehmen, die die Voraussetzungen hinsichtlich der „spekulativen Immobilienfinanzierung“ erfüllt, für die Anwendung des KMU Faktors qualifizieren, sofern alle anderen unter Art. 501 Abs. 2 CRR genannten Kriterien erfüllt sind.

Gleichwohl sind gemäß Art. 501 Abs. 2 Buchst. a CRR alle den IRB-Ansatz Risikopositionsklassen zuzuweisende Risikopositionen von der Anwendung des KMU Faktors ausgeschlossen, die ausgefallen sind.

Q&A-Nummer der EBA

2016_3012

Technische Standards/Leitlinien der EBA

Nicht anwendbar

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