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Stresstest: EBA und EZB veröffentlichen Einzelheiten

Eric Freund, Michael Orth, BaFin

Datum: 04.03.2014

Die Europäische Bankenaufsichtsbehörde EBA und die Europäische Zentralbank (EZB) haben wichtige Eckpunkte zum Bankenstresstest 2014 bekanntgegeben, dem dritten Element der umfassenden Bankenprüfung vor dem Start des Einheitlichen Aufsichtsmechanismus, dem Single Supervisory Mechanism SSM (Comprehensive Assessment).

Der Test soll zeigen, wie widerstandsfähig die Institute in der EU gegen verschärfte Marktbedingungen wären. Eine einheitliche Methode, einheitliche Szenarien und eine abgestimmte Offenlegung sollen sicherstellen, dass die Ergebnisse kohärent und vergleichbar sind. Die EBA will die Methodik und die Szenarien für den Stresstest im April 2014 bekanntgeben.

Neben 128 Instituten der Eurozone, die voraussichtlich künftig unter EZB-Aufsicht stehen, werden auch Institute aus anderen EU-Mitgliedstaaten wie beispielsweise Polen oder Schweden am Stresstest teilnehmen. Die EBA hat eine Liste mit 124 teilnehmenden Institutsgruppen veröffentlicht, die überwiegend die SSM-Institute umfasst. Diese 124 Institutsgruppen sind auf EU-Ebene konsolidiert und decken – gemessen an der Bilanzsumme – jeweils mindestens 50 Prozent der nationalen Bankensektoren der EU ab. Unterm Strich werden nach gegenwärtigem Stand 148 Institute beziehungsweise Institutsgruppen am Stresstest teilnehmen.

Getestet wird die Widerstandsfähigkeit der Institute gegen Kredit-, Markt-, und Länderrisiken sowie gegen Risiken aus Verbriefungen und steigenden Finanzierungskosten über einen Zeitraum von drei Jahren (2014 bis 2016). Die nationalen Aufsichtsbehörden können zusätzlich länderspezifische Analysen durchführen; diese werden aber getrennt von den EU-weit einheitlich vorgegebenen Szenarien veröffentlicht. Eine der Grundannahmen wird sein, dass sich die Bilanzen der Banken nicht verändern, das heißt, dass während des Stresstestzeitraums weder neues Wachstum generiert noch der Business-Mix oder das Geschäftsmodell geändert werden. Für Restrukturierungsbanken sind Ausnahmen unter bestimmten Voraussetzungen möglich.

Beim Stresstest wird die EBA eng mit der EZB und den nationalen Aufsichtsbehörden zusammenarbeiten. Die Durchführung des Stresstests 2014 ist als gemeinsame Übung der EBA und der EZB zu verstehen und dient unter anderem der Vorbereitung auf den SSM. Dabei ist es Sache der EBA, eine effektive Zusammenarbeit zwischen Heimatland- und Gastlandaufsehern zu gewährleisten und europaweite Benchmarks bereitzustellen. Die Qualitätssicherung für die Stresstestergebnisse der SSM-Banken wird Aufgabe der Europäischen Zentralbank sein, die hierzu eng mit den nationalen Aufsichtsbehörden zusammenarbeitet. Die Veröffentlichung der Ergebnisse des Stresstests ist für Ende Oktober 2014 geplant.

Zusatzinformationen

Ba­F­in­Jour­nal, Aus­ga­be März 2014

  • Grauer Kapitalmarkt: Rendite und Risiko - Marktabgrenzung, Regulierung und Verantwortung des Anlegers
  • Run-Off: Aufsicht über Versicherungsunternehmen, die Bestände abwickeln
  • Interne Revision: Erwartungen der Bankenaufsicht

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